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Ein Tiger für Jared

Mehr Event als Rockkonzert: Thirty Seconds To Mars in Hannover

HANNOVER. Die Synthesizer-Bässe gehen durch Mark und Bein. „Monolith“, das der Tour den Namen gebende Instrumental, dröhnt durch die Tui-Arena, Shannon Leto haut martialisch auf sein Drumset ein, und dann kommt der Messias. Jared Leto, Frontmann der Band „Thirty Seconds to Mars“, brachte in Hannover die Menge zum Beben.

veröffentlicht am 06.09.2018 um 15:26 Uhr

Foto: jed
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Autor

Martin Jedicke Reporter
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Ein Großteil der weiblichen Fans hat sich verkleidet, als Paradiesvogel, als Tiger oder als Blumenfee. Allerlei gebastelte Schilder („Jesus please take us on stage““) werden hochhalten, Fahnen geschwungen. Nichts bleibt unversucht, um zu den Auserwählten des Erleuchteten zu gehören und auf die Bühne gebeten zu werden.

Jared Leto, im Zweitberuf oscarprämierter Schauspieler, nimmt sich während der gut 100 Konzert-Minuten immer wieder Zeit, Fans herauszupicken, und begibt sich auf einen längeren Ausflug durch das Publikum. Der Sound nun ein wenig heruntergefahren, Erholung für die Ohren. Denn was die Leto-Brüder mit ihrer Band Thirty Seconds To Mars musikalisch auf die Beine stellen, ist wenig filigran, sondern bombastischer Elektro-Pop-Rock. Was wirklich live gespielt wird, ist kaum festzustellen. Sidekick Stevie Aiello darf immerhin für ein knappes Gitarrensolo ins Rampenlicht treten, sonst aber kommt viel aus der Konserve.

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Thirty Seconds to Mars
Quelle: jed

Sei’s drum. Bei Thirty Seconds To Mars geht’s mehr um das Event. Zu „This Is War“ fliegen riesige bunte Luftballons zwischen den 8500 Besuchern hin und her, am Ende regnet es Konfetti. Die aufgeräumte Bühne bietet mangels Band ordentlich Auslauf für Jared Leto. Mit Hipster-Rauschebart, Sonnenbrille, roten Handschuhen und Hippieumhang über Flatterkaftan und roter Jogginghose lässt sich der 46-Jährige mit weit ausgebreiteten Armen feiern, fordert zum Hinsetzen, Klatschen und Wettsingen auf. Unnötig bei Songs, die fast alle als Singalong-Hymnen mit reichlich „Oh-oh-ohs“ angelegt sind. Das aktuelle Album „America“, welches in Deutschland die Spitzenposition der Charts erklommen hat, wird fast komplett gespielt. Die Lieder sind noch elektronischer geraten, unterscheiden sich sonst aber wenig von alten Favoriten wie „Up in the Air“, „The Kill“ oder „Closer to the Edge“. Jared Leto ist gut bei Stimme, trotzdem hätte es Bruder Shannon verdient, mehr als das folkige „Remedy“ zu singen.

Die Fans filmen und fotografieren mit ihren Smartphones, die immerhin auch einmal das tun, wofür man sich früher am Feuerzeug die Finger verbrannte. Klar, der Instagram-Account wartet auf das nächste Foto. Und auch die beiden Teenies, die gerade auf die Bühne dürfen, fragen Leto zuerst nach einem gemeinsamen Foto. Kein Problem, lässt sich Leto doch während des Konzerts selbst ständig von einem Kameramann verfolgen, ohne dass Bilder auf der Projektionswand zu sehen sind.

Die erste Kopie der Single „Up in the Air“ wurde einst an Bord einer Rakete zur internationalen Weltraumstation ISS geschossen. So sehr Jared Letos Hymnen auch gen Himmel streben, er bleibt dann doch auf dem Bühnenboden. Der aber fühlt sich für das Mädchen im Tigerkostüm wie Wolke 7 an, denn sie gehört am Mittwoch in Hannover zu den Auserwählten. Dann entlässt Jesus seine Jünger ohne Zugabe in die laue Septembernacht.



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