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Die Galerie Koch zeigt Daniela Gullottas malerisches Werk

Magie verfallener Architektur

Hannover. Es spricht uns eine ganz besondere Leidenschaft an angesichts dieser beeindruckenden Welt verfallener Architektur, mit der sich eine so junge Künstlerin malerisch auseinandersetzt. Daniela Gullotta hat sich auch noch für die „Unfarbe“ Grau entschieden. Übrigens, wie der Name der Künstlerin ahnen lässt: Sie ist Italienerin, geboren 1974 in Bologna, hat in London studiert.

veröffentlicht am 17.09.2013 um 12:56 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 02:41 Uhr

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Autor:

Klaus Zimmer
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Die Galerie Koch zeigt ihre ungewöhnlichen Bilder, großformatige Malerei auf Holztafeln (wie die alten Meister). Gulotta bevorzugt, wie sie sagt, dieses feste Material, denn sie montiert, bearbeitet – manchmal handfest – die Ansichten.

Getreu dem Ausstellungstitel „Verlassenes Deutschland“ ist die Malerin, fasziniert von der Ausstrahlung und Magie jener Ruinen, fündig geworden. Die mit ihrer Kamera eingefangenen Innenansichten ruinösen Mauerwerks wurden für sie zur Grundlage, zu Skizzen.

Und es kommt das alles beherrschende Grau „ins Gespräch“. Grau blickt in der bildenden Kunst auf einen historischen Hintergrund. Diese Grau-in-Grau-Malerei kannte man schon im Mittelalter als ästhetische Abwendung von der Farbe. Später wurde sie zur prägnanteren künstlerischen Definition plastischer Formen in der Gotik verwendet – von van Eyck bis Grünewald.

Gulotta versetzt reale, verfallene Bauwerke aus der meist jüngeren Vergangenheit in eine fiktive Architektur, die sich unter ihren Händen zu geheimnisumwitterten Schauplätzen wandelt, die das menschliche Wirken erahnen lassen. Ölfarbe, Acryl, Grafit und Kohle, Sand-Farbe-Mischung oder Gaze-Fragmente lassen die Fotografie vergessen. So steht man vor Bildern wie den Heilstätten von Beelitz, einem verfallenen Sanatorium bei Berlin, das bereits für Polanskis Film „Der Pianist“ interessant schien. Überraschend für den Betrachter: die Bildreihe kleinformatiger Arbeiten, die 2013 entstanden sind – Farbkompositionen, manchmal auch durch „wärmere“ Einsprengsel aufgelockert.

Die Ausstellung ist in der Galerie Koch, Königstraße 50 in Hannover, bis 5. Oktober zu sehen: dienstags bis freitags 10 bis 18 Uhr, samstags 11 bis 14 Uhr.

„Verlassenes Deutschland“ heißt die Ausstellung, die großformatige Malerei der Italienerin Daniela Gullotta beinhaltet. Hier zu sehen: das alte Chemiewerk Rüdersdorf in Märkisch-Oderland.Koch



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