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Chen Jianghongs Buch als Schauspiel: „Der Tigerprinz“ im Theater

Märchenhaftes Spiel

Hameln. „Mir hat das Schattenspiel gefallen“ – „Mir der Schluss“ – „Mir hat alles gefallen!“, kommentieren Schüler der ersten und zweiten Klasse das Schauspiel „Der Tigerprinz“ im TAB. Anne-Kathrin Klatt brilliert dort in drei Vorstellungen mit ihrem Figurentheater aus Tübingen. In Szene gesetzt hat sie das 2006 mit dem Rattenfänger-Literaturpreis ausgezeichnete Kinderbuch „Der Tigerprinz“ von Chen Jianghong.

veröffentlicht am 23.01.2012 um 17:57 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 19:21 Uhr

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Autor:

Renate Müller De Paoli
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Mit wattiertem roten Mantel, chinesischem Lautgemisch und zwei effektvollen Blechlampenschirmen als Musikinstrumente entführt sie mit ausdrucksstarken Tanzbewegungen nach Fernost. Sie erzählt die uralte Geschichte vom friedlichen Zusammenleben zwischen Mensch und Tier. Doch der Friede wird gestört: Jäger töten im Dschungel die Jungen der Tigerin. Aus Schmerz beginnt sie, sich zu rächen und die Dörfer zu überfallen – meisterhaft von Klatt im Schattenspiel dargestellt. Der König steht vor der Wahl: Krieg oder Frieden. In seiner Not holt er Rat bei der Weisen Lao Lao. Sie fordert vom König, dass er der Tigerin seinen Sohn Wen bringt. Schweren Herzens willigt das Königspaar ein. Die Tigerin findet den schlafenden Wen, ergreift ihn mit den Zähnen, aber die Mutterliebe siegt. Sie zieht ihn auf und zeigt ihm die Welt des Dschungels. Doch die Sehnsucht übermannt das Königspaar und es schickt Soldaten, um nach dem Sohn zu suchen. Mutig beschützt Wen die Tigerin. Er kehrt zurück an den Hof. Später bringt er der Tigerin seinen eigenen Sohn und bittet sie: „Bring ihm alles bei, was kleine Tiger wissen müssen, dann wird er ein guter König.“ Eine dramatische Geschichte!

Anne-Kathrin Klatt hat einen Lehrauftrag im Fachbereich Figurentheater und Bewegung an der Hochschule für darstellende Kunst in Stuttgart. Ihr gelingt es durch ihr einzigartiges, berührendes Mimik- und Bewegungsspiel und durch ihre Erzähl- und Tanzkunst, den schwer verdaulichen Stoff kindgerecht umzusetzen. Mucksmäuschenstill verfolgen fast 100 Kinder im TAB, wie die Figurenspielerin in die Welt und Bewegung der Tigerin schlüpft, Rücken und Tatzen krümmt, ihre Zunge streckt und faucht. Mit großem Einfühlungsvermögen und bezaubernder Darstellung zeigt Klatt ihrem Publikum, dass sich aus Fremdheit und sogar Feindschaft Freundschaft entwickeln kann. Wenn man bereit ist, sich auf das Fremde einzulassen. Eine märchenhafte, fantastische Inszenierung mit viel Tiefgang.

Anne-Kathrin Klatt unterrichtet in Stuttgart Figurentheater – und fasziniert ihr junges Publikum im TAB in drei Vorstellungen.

Foto: Theater



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