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„Lippels Traum“ – Neuverfilmung des bekannten Kinderromans mit prominenter Besetzung und einem Kinderstar

Maar: An der Geschichte ungehobelt rumgedoktert

Schlimm genug, dass der Vater von Philipp für eine Woche in die USA fährt. Die Haushälterin Frau Jakob, die sich um den Jungen, der nur Lippel genannt wird, kümmern soll, ist ein wahrer Drachen. Darüber täuscht ihr süffisantes Lächeln nie hinweg. Als sie ihm im Streit das Buch „1001 Nacht“ wegnimmt, flüchtet Lippel in seine Träume und erlebt im Morgenland spannende Abenteuer. Dort ist sein Vater der König, Frau Jakob dessen intrigante Schwägerin und Lippels neuen Freunde Arslan und Hamide die Königskinder, die sich gegen die bösen Lügen der Tante wehren müssen.

veröffentlicht am 12.10.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 18:41 Uhr

Vonlinks nach rechts: Hamide (Amrita Cheema), Lippel (Karl Alexa

Autor:

Niklas Thoma
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„Lippels Traum“ von Paul Maar gehört zu den großen Kinderbüchern der 1980er Jahre. Bereits 1991 wurde der Roman schon einmal verfilmt. Wer das Buch liebt, dürfte in der Neuverfilmung einiges vermissen. Denn die Drehbuchautoren haben radikal gekürzt und umgeschrieben. Das mag ärgerlich sein. So fällt etwa die Mutter Lippels dem Streichstift zum Opfer, genauso wie die nette Nachbarin. Doch wer da ungehobelt an der Geschichte rumgedoktert hat, ist niemand anderes als Paul Maar selbst.

Gemeinsam mit Ulrich Limmer konzentrierte er sich auf den Kern, der ihm am wichtigsten schien. Das Fähigkeit der Kinder, in ihren Träumen große Abenteuer zu erleben und darin Trost zu finden.

Diese eingedampfte Geschichte funktioniert auch ziemlich gut und macht viel Spaß. Das liegt vor allem an dem liebenswerten Hauptdarsteller Karl Alexander Seidel, dem man als Lippel am liebsten ständig über den Kopf wuscheln würde. Obwohl die erwachsenen Nebenrollen prominent besetzt sind mit Moritz Bleibtreu, Anke Engelke, Uwe Ochsenknecht und Christiane Paul halten sich diese vornehm zurück und lassen sich von Seidel an die Wand spielen. Lediglich Anke Engelke genießt sowohl als Frau Jakob als auch als orientalisches Miststück die verklemmte Drachenrolle.

„Lippels Traum“ ist ein hübscher Kinderfilm geworden. Wer mehr will, der sollte sich schleunigst den Roman schnappen.

„Lippels Traum“ ist derzeit im Hamelner Maxx-Kino am Bahnhofsplatz täglich um 15.15 und 17.30 Uhr zu sehen.

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