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Kanadische Band bietet fulminanten Stilmix in der Sumpfe

Los Paperboys: Im Schmelztiegel der Musik

Hameln. Tom Landa, Gitarrist, Sänger und Songschreiber der Paperboys, ist ein netter Mensch. Sitzt nach der Show am Bühnenrand. Unterhält sich geduldig mit den Fans. Gibt Autogramme und verkauft natürlich auch die oder andere CD. Davor haben Landa und seine „Zeitungsjungen“ trotz eines eher spärlichen Besuchs der Sumpfblume am Donnerstagabend ein fulminantes Konzert gegeben. Mit unbändiger Spielfreude präsentiert es einen Folkrock, der deshalb immer spannend bleibt, weil er Country, Bluegrass, Celtic Folk und Latinelemente kongenial integriert. Diese Ingredienzen fließen wie selbstverständlich ineinander, auf den Platten gar noch mit Bläsern um New-Orleans-Flair und Zydeco erweitert.

veröffentlicht am 01.10.2010 um 13:24 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 13:41 Uhr

Tom Landa und Kalissa Hernandez. Foto: jed

Autor:

Martin Jedicke
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Nebenbei lohnt es sich durchaus, den Texten zu lauschen. Die Sehnsucht des Städters nach dem „Country Life“, der Genesungswunsch „Get Well Soon“ an den kranken Freund oder die lakonische Katharsis von „Rain On Me“. Oft geht es um das Unterwegssein, das Abschiednehmen – Leitmotiv einer Band, die Landa 1992 im kanadischen Vancouver gründete. Denn die Eindrücke, die sich auf den Reisen durch die USA zurück in Landas Geburtsland Mexiko einprägen, fließen in die Songs ein. Sie spiegeln einen Kontinent, der besonders in der Musik einen Schmelztiegel darstellt, in dem Integration gelungen ist. Stellvertretend sei „America“ genannt mit dem Wechsel zwischen spanischen und englischen Lyrics: Auf einer Singer/Songwriter-Basis wächst das Stück durch Geoffrey Kellys Flöte und Kalissa Hernandez’ Geige zum Celtic Rock heran und zieht mittels eines unterlegten Ska-Rhythmus’ das Tempo weiter an. Ergänzt durch Sam Esecson (Schlagzeug, Percussion) und Brad Gillard (Bass, Banjo, Gesang) fordern die Paperboys zum irischen Tanz auf oder bleiben mit „La Primavera“ im lateinamerikanischen Idiom. So passt auch der spanische Artikel „los“, den die Band seit einigen Jahren dem Gruppennamen voranstellt. Als erster Paperboy übrigens gilt der zehnjährige Barney Flaherty, der 1833 begann, die „New York Sun“ auszutragen. Wahrscheinlich warf er die Zeitungen vom Fahrrad aus in die Vorgärten – ein Bild, das an die gute alte Zeit erinnert, aber auch an Kinderarbeit. Ähnlich funktioniert die Paperboys-Musik: die Liebe zu traditionellen Klängen aus der kritisch-distanzierten Sicht des 21. Jahrhunderts.



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