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Die Galerie Falkenberg zeigt Malerei von Jan Eeckhout

Liz Taylor und die Mettwurst

Hannover. Die Warenwelt hat ihren Preis. 69,95 Euro für ein Paar himbeerfarbene Pumps. 49,20 Euro für schicke High Heels. Und irgendetwas ist komplett für 59 Cent zu haben. Was genau? Man weiß es nicht. Mettwürste und Hamburger, Schleifhobel und Boxershorts, Motorroller und Sofagarnituren sind hier im Angebot. Auch Meisterwerke scheinen käuflich: von Tizians „Venus“ und Brancusis Skulpturen bis zu Pfirsichen von Paul Cézanne. „Mach mit“ fordert aufdringlich ein rosafarbener Slogan, als gäbe es die Möglichkeit, sich den Verlockungen des Marktes zu entziehen.

veröffentlicht am 25.01.2012 um 13:18 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 19:21 Uhr

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Autor:

Kristina Tieke
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Die Arbeiten des hannoverschen Malers Jan Eeckhout sind Spiegel unserer Konsumgesellschaft. Hier trifft High- auf Lowculture, Filmstar auf Comic-Held, Luxus auf Gebrauchsgegenstand. Motive und Stilmerkmale mixt der Künstler auf großen und kleinen Leinwänden. Dabei schenkt er dem schnellen Pinselstrich eines schwarz-weißen Comics ebenso viel Raum und Aufmerksamkeit wie einer realistisch ausgearbeiteten Figur oder den monochromen Flächen einer abstrakten Komposition. Alles ist gleichwertig in seinen Montagen.

Der Zugriff auf die Ikonografie des 20. Jahrhunderts gelingt mit Zitaten und Anspielungen ausnahmslos souverän. In der Tradition der amerikanischen Pop-Art entpuppen sich Eeckhouts perfekte Oberflächen zugleich als leere Versprechungen. Die Sprechblasen seiner Protagonisten bleiben oft blank, man hat einander nichts zu sagen.

Umso verräterischer sind die Paarkonstellationen. Wie die Hollywoodstudios, die ihre kassenträchtigen Stars immer wieder neu kombinieren, setzt Eeckhout Humphrey Bogart, Barbara Stanwyck, Liz Taylor oder Montgomery Clift in unterschiedlichen Verbindungen ein. Manchmal hängt er ein Diptychon dafür nur um, manchmal wiederholt er ein Motiv.

„Trash Comic“, Schund, hat Jan Eeckhout augenzwinkernd seine aktuelle Serie in der Lindener Galerie Falkenberg genannt. Lustvoll ist sein Umgang mit der Bilderflut, entspannt sein Blick auf die Wirklichkeit. „Konsum ist gut“, hat er früher einmal getitelt. Wenn das keine Aufforderung zum Kunstkauf ist.

Bis zum 11. März in der Galerie Falkenberg, Falkenstraße 21a in Hannover, donnerstags bis samstags von 14 bis 18 Uhr.



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