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Hundertwasser-Aktion in Bremen fortgesetzt

Linientreue Kunst

Bremen (red). Wenn im Oktober die große Sonderausstellung von Friedensreich Hundertwasser in der Kunsthalle Bremen eröffnet wird, entstauben Bazon Brock und Studenten der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg eine Aktion, die Geschichte schrieb: „Die Linie von Hamburg“.

veröffentlicht am 23.08.2012 um 17:05 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 23:41 Uhr

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Worum es dabei ging? Am Freitag, 18. Dezember 1959, begannen Hundertwasser, Brock und Schuldt sowie einige Studenten um 15.11 Uhr damit, eine endlose Linie zu zeichnen. Sie führte im Atelier 213 in der Kunsthochschule über Wände, Fenster und Waschbecken. Zwei Tage lang wurde sie ununterbrochen weitergezeichnet. Das Medienecho war unerwartet große – und führte zu einem Eklat: Der Direktor der Hochschule für Bildende Künste ordnete den Abbruch an. Aus Protest verkündete Hundertwasser den Rücktritt von seiner Gastdozentur.

In Bremen soll die abgebrochene Aktion nun, 63 Jahre später, fortgeführt werden. Die Kunsthalle Bremen inszeniert gemeinsam mit Bazon Brock die bahnbrechende Aktion von Hundertwasser neu. Im Vorfeld der Hundertwasser-Ausstellung „Gegen den Strich. Werke 1949 – 1970“ wird ein Raum mehr als 50 Stunden lang vom Boden bis zur Decke von Studenten der Hochschule für Künste Bremen mit einer unendlichen Linie überzogen. Die dazugehörige Ausstellung präsentiert das Frühwerk Hundertwassers und somit einen vernachlässigten Aspekt des österreichischen Künstlers. Mit der Aktion „Die Linie von Hamburg“ leistete er einen zentralen Beitrag zur Geburt der europäischen Aktionskunst.

Die Ausstellung ist zu sehen vom 20. Oktober bis 17. Februar. Weitere Informationen: www.kunsthalle-bremen.de.

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