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Neujahrskonzert im Theater Hameln mit der TfN-Philharmonie ist immer ausverkauft und ein großes Vergnügen

Liebgewonnene Tradition zum Jahresbeginn

Hameln. 1994 gab es erstmals ein Neujahrskonzert im Theater Hameln, damals noch vor vielen leeren Sitzreihen. Schon im nächsten Jahr gestaltete das Orchester des Stadttheaters Hildesheim ein solches Konzert, noch immer nicht bei vollem Hause. Das wurde zunehmend besser. Inzwischen ist das Konzert zum Jahresbeginn stets ausverkauft. Von Anfang an war es Werner Seitzer, der Hildesheimer Musik-Chef, der reizvolle Programme zusammenstellt und sich zudem als kundiger, humorvoller Moderator erweist. Nach einer Auszeit ist er wieder da und wundert sich verschmitzt, dass man ihn wiedererkennt. Dann legt er los und beweist erneut, dass so ein Neujahrskonzert nicht nur ein Vergnügen, sondern auch eine Lehrstunde in Musikgeschichte sein kann. Denn er ist ein Schatzgräber, sucht nach verborgenen musikalischen Kostbarkeiten und findet sie.

veröffentlicht am 10.01.2011 um 16:04 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 05:21 Uhr

Setzt stimmliche Marksteine: Dorothee Schlemm. Foto: geb

Autor:

Ernst Wilhelm Holländer
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Sein Motto heißt „Ägypten“ und steht im Zusammenhang mit dem Jubiläum des Hildesheimer Pelizaeus-Museums. Sein Orchester, die TfN-Philharmonie, musiziert zu Beginn die glitzernde Ouvertüre zu Webers Einakter „Abu Hassan“ und zeigt Takt für Takt bekannte Qualitäten.

Die am Stadttheater Hildesheim neu engagierte Mezzosopranistin Dorothee Schlemm setzt stimmliche Marksteine, hervorragend in Textbehandlung und edel timbriertem Klang, wenngleich sie in dem Lied der Fatime „Arabien, mein Heimatland“ aus Webers „Oberon“ und in Djamilehs Klage aus dem 1872 entstandenen Einakter „Djamileh“ von Bizet nicht die dankbarsten Aufgaben hat, umso mehr im Weltschlager „Salome“ von Robert Stolz: Das knistert und findet tolle Begleitung vom Orchester in glänzender Instrumentierung! Das wird zum arabischen Feuer.

Die heute eher vergessene Oper von Bizet enthält sicherlich schöne Musik, so eine klangschöne Ouvertüre und einen orientalischen Tanz. Zu ihm tritt die in Hildesheim lebende Ägypterin Abeer Will als Tänzerin auf, sicherlich kompetent im Bauchtanz und eine Augenweide, wenn sie nur ein wenig freundlicher dreingeschaut hätte.

Bei der Schatzsuche stieß Seitzer auf das Klavierkonzert Nr. 5 in F-Dur, opus 103, von Camille Saint-Saëns, das als „Ägyptisches Konzert“ gilt. Der junge italienische Pianist Federica Bosco, als Solorepetitor in Hildesheim tätig, spielt daraus den zweiten Satz und erweist sich als Könner. Auch wenn Werner Seitzer nicht gerade lobende Worte für den hauseigenen Flügel findet: Unter den Händen eines so kompetenten Pianisten klingt er gar nicht so schlecht: Bosco meistert die virtuosen Anforderungen und bietet in den sanglichen Passagen eitel Wohllaut. Er findet echte Partnerschaft beim Dirigenten und beim Orchester, denn das Zusammenwirken ist nicht ohne Tücken.

Was gab’s noch? Etwa den „Egyptischen Marsch“ von Johann Strauß, in dessen Trio die Musiker so schön singen dürfen, oder ein klangprächtiges Charakterstück des Engländers Ketelby, dessen „Persischer Markt“ gern bei Kurkonzerten erklingt. Und was bildet den Beschluss? Dreimal durften wir raten: Es ist wieder der furiose und im Trio wahrhaft hymnische Marsch Nr. 1 aus „Pomp and Circumstances“ von Edward Elgar, fetzig und begeisternd dargeboten, und das löst wahre Ovationen aus.

Auch der Rezensent darf seinen Lieblingseindruck nennen: Es ist das herrliche Intermezzo aus „Tausendundeine Nacht“ von Johann Strauß. Die Hildesheimer Musiker zelebrieren es mit wundervoller klanglicher Schönheit, leuchtend in den Streichern, grundiert in allen Gruppen: ein Hör-Erlebnis!



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