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„Ziemlich beste Freunde“: Solidarität unterschiedlicher Klassen

Liebenswert und très charmant

Zwei Männer, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Da ist zum einen Philippe (François Cluzet), stinkreich, mit fast schon palastähnlicher Villa und zahlreichen Angestellten, aber querschnittsgelähmt und verbittert. Zum anderen Driss (Omar Sy), schwarz, vorbestraft, arbeitslos und pleite. Eigentlich wollte er von Philippe nur eine Bestätigung, dass er sich pflichtgemäß um die Stelle als Pfleger des hilflosen Philippe beworben hat. Doch dann das: Philippe stellt ihn ein. Der Grund: Seine freche, mitleidlose und unbekümmerte Art unterscheidet sich wohltuend von der aufgesetzten Betroffenheit und der geschäftigen Tüchtigkeit der anderen Bewerber. Driss ist gar nicht begeistert. Stützstrümpfe anlegen? Darmspülungen durchführen? Doch es hilft nichts…

veröffentlicht am 12.01.2012 um 15:10 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 20:41 Uhr

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Autor:

Michael Ranze
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Wie die beiden Männer sich nach ersten Anlaufschwierigkeiten immer näher kommen und der eine vom anderen lernt – davon erzählt diese Komödie von Eric Toledano und Olivier Nakache, die in Frankreich mit über 16 Millionen Zuschauern läuft wie die Feuerwehr.

Die Witze entstehen dabei vor allem aus dem Gefälle zwischen den höchst unterschiedlichen Interessen, dem Benehmen und dem Milieu der ungleichen Freunde. Wenn Driss sich unbekannten Gelüsten wie Ohrläppchen-Massieren – verabreicht von teuren Callgirls –, hingibt oder völlig verängstigt zum Drachenfliegen genötigt wird, während Philippe endlich mal mit seinem Maserati durch Paris brausen kann, ist das schon sehr komisch.

Philippes Lähmung sorgt zudem immer wieder für anrührende und nachdenkliche Momente, außerdem braucht er, was die Liebe anbelangt, noch ein wenig Unterstützung. Und mit einem Mal ahnt man, was den vielen Franzosen an dieser Komödie so gefallen hat: In Zeiten von Eurokrise und Arbeitslosigkeit finden hier ein schwarzer Einwanderer und ein reicher Aristokrat zusammen. So geht es hier ganz nebenbei um die Solidarität unterschiedlicher Klassen in schweren Zeiten. Très charmant!



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