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David Lübke und Mario Hené öffnen mit ihren Liedern auch eine Tür zu sich selbst

Liebe, Hoffnung, Zweifel

HAMELN. Hotels mussten sie buchen, die Besucher des Konzertes von Mario Hené. Aus Städten wie Bielefeld und Regionen wie dem Sauerland kommen die Leute am Ostersonntagabend ins K3, um sich mit Eierlikör nebst lieblich-weltenbummlerischen Klängen das Osterfest zu versüßen.

veröffentlicht am 18.04.2017 um 08:13 Uhr

David Lübke Foto: km
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Autor

Katharina Mork Reporterin
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Doch auch viele Hamelner Blues-‘n‘-Folk-Freunde finden sich in der kleinen Hamelner Kneipe ein. Ein eigenartiger Lichteinfall schimmert durch den Raum, denn draußen ist es noch hell, drinnen die Lampen bereits an. Mario Hené sitzt an diesem Abend nicht gänzlich allein auf der Hamelner Bühne, er hat sich einen jungen Mann eingeladen, der vor ihm spielt. David Lübke – Liedermacher und Poet aus Lemgo – scheint per Zeitreise direkt aus dem 19. Jahrhundert ins K3 gereist zu sein. Kleidungstechnisch erinnert der 21-jährige an den Waisenjungen Oliver Twist, musikalisch an die Lieder von Reinhard Mey. Sein Auftreten ist allerdings keine Verkleidung, nach dem Abitur schnappte sich David Lübke seine Gitarre und trampte nach Irland. Neben Liebesbekundungen für dieses volkstümliche Fleckchen Erde singt Lübke von der Liebe zu einem Mädchen. „Das Stück heißt ,Lass deine Finger von ihr’. Und es geht raus an alle Männer.“ Eine klare Ansage mit sympathischem Charme.

Nach weiteren Liedern über Aufbruch und Ankunft, Hoffnung und Zweifel entlässt der junge Musiker die Zuschauer gut eingestimmt in den Auftritt von Mario Hené. „Ich bin aufgeregt wie immer vor meinen Konzerten und ich merke gerade – es liegt nicht an der Besucherzahl“, scherzt Hené. Der zurückhaltende 64-jährige singt genau wie David Lübke über das Leben und seine Eigenheiten, doch eher mit dem Fokus auf der Beziehung zwischen zwei Menschen. Gut nachvollziehbar singt er mit brüchiger Stimme von schönen und schmerzhaften Begegnungen, was er dabei gewann und was auf der Strecke blieb.

Mario Hené stammt aus Berlin und ist in der dortigen Kneipenszene zuhause. Er mag das Einfache, ohne dabei das Feingefühl zu verlieren. „Ich ess’, wenn ich Hunger habe, ich schlaf’, wenn ich müde bin, und es geht mir gut.“ Manchmal braucht es nicht viele Worte, um eine Verbindung zum Publikum herzustellen. Sie müssen nur weise gewählt sein.

Mario Hené Foto: km
  • Mario Hené Foto: km

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