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Polizeichor eröffnet Adventszeit

Leuchtende Stimmen

HAMELN. Was wäre die vorweihnachtliche Zeit ohne die Konzerte des Polizeichores Hameln. Seit bereits 31 Jahren gilt dies nun. Weil das Theater baubedingt nicht zur Verfügung steht, wich das Ensemble ins Münster aus – eine wunderschöne Kirche, die aber erhebliche akustische Tücken hat.

veröffentlicht am 03.12.2017 um 19:55 Uhr

Der Polizeichor Hameln hat sich zur Bereicherung seines Konzerts Sopranistin Myriam Anna Dewald vom Landestheater Detmold geholt. Foto: geb.
Holländer1

Autor

Ernst-Wilhelm Holländer Reporter
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Der Vorsitzende des Polizeichores, Thomas Schrell, begrüßte die zahlreichen Hörer in gewohnt herzlicher Art, und von ihm zitieren wir die Aussage: „Die Akustik können wir nicht ändern, wir müssen sie so nehmen, wie sie seit mehr als 1200 Jahren ist!“

In diesem Jahr hatte man keinen Gast-Chor eingeladen, so konnten sich die Zuhörer voll auf die Hamelner einstellen, die ihr Programm mit Klassischem eröffneten. Musik von Mozart aus dessen kirchenmusikalischem Schaffen und aus der Oper „Titus“ forderte das Können dieser Sängerinnen und Sänger voll heraus. Es folgten zeitgenössische Werke, etwa aus dem Musical „Chess“ und dem Film „Wie im Himmel“. Hier kann man wieder die Kunst von Andranik Simonyam bewundern, der den Chor nicht nur leitet, sondern ihm auch die Arrangements liefert: Es sind nicht nur einige Seiten, sondern ganze Bündel, die er mit Noten füllt und zum Klingen bringt, natürlich auch für die Instrumentalisten, denn wieder wirkten Mitglieder der Neuen Philharmonie Hamburg mit. Sie gaben den Chorsätzen oft reizvolle, auch solistische Unterstützung, und so hörte man immer wieder von allen Beteiligten einen ausgewogenen Gesamtklang.

Zwei Gäste vom Landestheater Detmold hatte man aufgeboten. Myriam Anna Dewald singt dort Sopranpartien, hier präsentierte sie die koloraturengespickte Arie „Erwach, frohlocke, o Tochter von Zion“ aus Händels „Messias“ in der Originalfassung. Es folgten weniger bekannte Stücke von Engelbert Humperdinck. Die bis in die Höhenlage ausgeglichene, auch leuchtende Stimme der Sängerin fasziniert, leider spielte die Akustik der Kirche bei der Textbehandlung nicht mit. Die Begleitung übernahm der junge Pianist Maurizio Deiana, der zudem solistisch in einem Stück von Karel Svoboda Furore machte.

Der Polizeichor ist von Andranik Simonyan in langer, intensiver, vielleicht auch stressiger Probenarbeit für den Auftritt vorbereitet worden. Die in die Zeit passenden Chorsätze zeigten ihn mit klanglicher Fülle, Präzision, Glanz in den hohen Stimmen, sauberer Grundierung bei den leider nicht stark besetzten Männerstimmen. Sehr schön gelang der „Cantique de Noel“ von Adolphe Adam; die Mitwirkung der Sopranistin rundete ihn mit strahlenden Spitzentönen ab. Weihnachtliche Stimmung brachte das allerdings etwas behäbig daherschreitende „Herbei, o ihr Gläubigen“.

Dann sah es so aus, als endete das Konzert. Das von früher gewohnte „Eine Muh, eine Mäh“ war nicht zu erwarten, aber immerhin erklang eine wieder hörenswerte Fassung des Weihnachtsliedes
„O du fröhliche“. Und auf den begeisterten Beifall gab es als Zugabe einen vollen Glockenklang nachahmenden, teilweise recht grellen Chorsatz, mit dem sich der Polizeichor als hochwertiges und belastbares Ensemble darstellte.

Darf man sich schon auf die nächsten vorweihnachtlichen Konzerte freuen, dann wieder im Hamelner Theater?



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