weather-image
23°

Ein Chansonabend mit Liedern von Jacques Brel

Leben ohne Schnörkel – mit großen Gesten

Hameln. „Lieben Sie ihn noch, den großen Jongleur der Herzen – le grand Jacques – der sich auf keine Frau einlassen konnte, aus Angst, von ihr verlassen zu werden. Gepeinigt von der Angst, älter zu werden – der Protestsänger ohne Partei und Bewegung? Lieben Sie ihn noch?“ Das fragt der Schauspieler Dirk Löschner am Ende eines grandiosen Chansonabends mit Liedern von Jacques Brel sein Publikum. Bravorufe und nicht enden wollender Applaus geben dem Intendanten des Theaters der Altmark in Stendal eine eindeutige Antwort.

veröffentlicht am 04.10.2010 um 15:17 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 13:41 Uhr

270_008_4376008_ku102_0510_1_.jpg

Autor:

Renate Müller De Paoli
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Denn liebevoll und einfühlsam hat Löschner mit seinem Programm „Pur Brel“ das Bild des großen Jacques Brel, oft gerühmt als der „beste Chansonsänger der Welt“, wieder lebendig werden lassen. Brel starb 1978 mit nur 49 Jahren an Lungenkrebs. Mit großen Gesten, Mimikspiel und Körpereinsatz zaubert Löschner die Zerrissenheit des belgischen Künstlers in seinen auf französisch vorgetragenen Liedern auf die Bühne. Eben wie le grand Jacques: lyrisch, poetisch zart seine Liebeserklärungen, gefolgt von Enttäuschung und Wut wie in „Madeleine“ oder „Ne me quitte pas“. Scharfzüngig, frivol seine Anspielungen bürgerlicher Scheinheiligkeit wie „Les Bourgois“ oder „Le Gaz“. Ergreifend seine Verzweiflung über das Altern wie in „Le Vieux“ und „J’arrive“. Sie rühren und berühren, diese Lieder. Denn aus ihnen spricht das Leben ohne Schnörkel. Dennoch spannen seine Lieder ein Netz und fangen bei aller Ironie oder Dramatik auch wieder auf.

Unterstützt wird Dirk Löschner von einer vierköpfigen Band unter Leitung von Peter Stolle am Flügel, Michail Antipov an der Geige, Harald Kiesslich am Akkordeon und Christian Niehues am Bass. In gefühlvollem Zusammenspiel und mit schwungvoller Leichtigkeit – trotz anfänglicher technischer Probleme mit dem Mikrofon – lassen sie das Publikum an den Höhen und Tiefen des großen Jacques teilhaben.

Die Weinprobe des Weinhandels Kropp im Foyer trägt ihr Übriges zum Flair bei. Französische Chansons zum Jahrestag der Wiedervereinigung, das beweise einmal mehr, wie Theaterdirektorin Dorothee Starke betont: „Das Theater Hameln ist seiner Zeit weit voraus, deshalb ein europäisches Programm zum Tag der Einheit.“ Nur schade, dass noch einige Plätze frei geblieben sind.

Es gibt eine Wiederholung: Am 26. Februar steht der Chansonabend „Pur Brel“ erneut auf dem Programm.

Studierte in Berlin und Paris Schauspiel, ist inzwischen Intendant und singt am Sonntag auf der Theaterbühne die Chansons von Jacques Brel: Dirk Löschner.

Foto: geb



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?