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„Sound of Cinema“ rockt das Theater Hameln

Lauter Rosinen gepickt

HAMELN. Irrwitziges Tempo, faszinierende Stimmen, beeindruckend wirbelnde Tanzeinlagen und Ohrwurm auf Ohrwurm – und, ja: Ganz schön laut war es auch. Und dafür, dass Kino zur Zeit angeblich etwas schwächelt – ein volles Haus für „Sound of Cinema“ am Mittwochabend im Theater.

veröffentlicht am 06.04.2017 um 13:58 Uhr

Musiker und Sänger lassen es krachen. Foto: Seberg Showproduktion
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Richard Peter Reporter
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Auch wenn nach der Pause ein paar Plätze leer blieben, weil nicht alle auf Rock-Sound an der Schmerzgrenze vorbereitet waren. Denn was im Kino oft allzu soft mit philharmonischen Streicherklängen unterlegt wird, knallt hier, elektronisch verstärkt durch die Boxen gejagt, ins Parkett. Vermutlich muss es ja so laut sein für den alles betäubenden Ton-Biss. Das hat ja auch was wie in „Bodyguard“ mit Whitney Houstons Megahit „I will always love you“, das hier von Lisa Aberer gesungen wird, die schon als Kind in Vorarlberg ein kleiner Star war und hier Kino-Hit an Kino-Hit reiht. Mit dem Klassiker „Diamonds are a girls best friend“ oder auch „Goldfinger“ aus dem gleichnamigen Bond-Film. Ihr zur Seite und oft im Duett, Lydia Gritz mit ihrer Rock-Röhre, die vor allem in der Mittellage sonore Fülle besitzt und mit „My heart will go on“ aus „Titanic“ Applaus scheffelt.

Ein echter Showstar, der mit dem Publikum spielt und jede Menge Charme und eine hinreißende Stimme auf die Bühne bringt: Jimi Carrow, der schon mit dem Titelsong „Pretty woman“ das Publikum erobert und mit Ray Charles „Unchain my heart“ brilliert. Ein Vollblut-Entertainer auch in „Purple rain“, wenn er das Publikum zum Mitmachen animiert – und tatsächlich fast alle mitspielen und mit den Händen überm Kopf wedeln. Vor allem aber mit Jan, dem jungen Mann, der im Parkett ganz vorne saß und auf der Bühne nun zum „Vortänzer“ für „Y.M.C.A“ avanciert.

Dazu vier Tänzerinnen und fünf Tänzer, teilweise mit atemberaubenden Soli wie in „Flashdance“ und, klar doch: „Moonwalker“ mit Csaba Horvath im Jackson-Hit. Dazu viele perfekte Show-Einlagen von „Pirates of the Caribbean“ und „Sister Act“ bis zu „Simply the best“. Und immer wieder die Kostüme gewechselt und vermittelt, dass Tanz nicht nur Schweiß kostet, sondern vor allem Spaß macht. Das alles in der Regie von Sina Selensky und Lorant Koncz als Choreograph. Und last, but not least: das Musik-Quartett unter Tim Hahn an den Drums, Lars Kutschke, Gitarre, mit ein paar schönen Soli, auch Oliver Klemp, Bass und Carsten Brocker am Keyboard. Und wie immer, wenn die „Rocky Horror Picture Show“ auf dem Programm steht – das Publikum darf intensiv mitspielen und hat sich die anschließende Pause redlich verdient. Grande Finale mit „Simply the best“ und das ganze Ensemble auf der Bühne. Super Show und tatsächlich fast alles „Simply the best“ – und schon jetzt für die nächste Saison angekündigt: „Footloose“. Abendfüllend.

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