weather-image
10°

Pyrmonter Orgelsommer-Konzert bot abwechslungsreiches Programm und sehr gut aufgelegte Interpreten

Ländliche Hochzeit als Klangerlebnis

BAD PYRMONT. Es ist bereits der 2. Pyrmonter Orgelsommer und darin enthalten an diesem Samstag das bedauerlicherweise einzige Orgelcafé. Zunächst zog das zahlreich erschienene Publikum in die Christuskirche zu einem wunderbar leichten und dennoch vielseitigen Orgelkonzert und danach ging es in das gegenüberliegende Gemeindehaus, um sich bei Kaffee und Torten in lockeren Gesprächen auszutauschen.

veröffentlicht am 27.08.2017 um 17:55 Uhr
aktualisiert am 27.08.2017 um 21:03 Uhr

IMG-20161016-WA0000

Autor

Rudi Rudolph Reporter
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Stadtkirchenkantor Dirk Brödling und sein Organistenkollege Tobias Lehmenkühler aus dem Pastoralverbund Lippstadt-Nord hatten ein Programm aufgelegt, dem Dirk Brödling in seiner Begrüßung „hohen Unterhaltungswert“ bescheinigte und das als „Orgelmusik, die nicht so streng ist“ das breite Spektrum von eingängig-leicht bis hin zu hochklassig-anspruchsvoll bediente.

Schon der Auftakt mit der „Fantasie c-moll op. 35“ von Adolph Friedrich Hesse, den man auch als „Schlesischen Bach“ titulierte, ließ in seinem gewaltigen Bass und sehr zurückgenommenen lieblichen Klängen die große Bandbreite erahnen, zu der die neobarocke Führer-Orgel von 1972 mit ihren 27 Registern in der Lage ist. „Ein ländliches Hochzeitsfest“ aus dem neunzehnten Jahrhundert des schwedischen Komponisten Franz Berwald entführte die Konzertbesucher in einen Garten, in dem man die Hochzeitsgäste kommen, die Vögel zwitschern und das Geschehen anschaulich hören konnte. Die eigenständige Tonsprache und ein sehr markanter Stil zeichnen die Kompositionen diesen bedeutendsten schwedischen Orgelkomponisten aus, der auch sein Geld als Orthopäde, Leiter einer Sägemühle und eines Glaswerkes verdiente. Ganz ohne Fußarbeit interpretierten Brödling und Lehmenkühler das „Duetto Nr. 1“ und das Duetto Nr. 4“, die Samuel Wesley für seine Tochter Eliza geschrieben hatte. Denn da die englischen Orgeln zur damaligen Zeit keine Fußpedale besaßen, konnten auch die Füße der beiden Organisten ruhen.

Auch die jubelnde „Fuge in Es-Dur, BWV 552,2“ von Johann Sebastian Bach war von Vincent Novello dafür bearbeitet worden, in England aufgeführt zu werden. Als ein zarter, fast andächtiger Gegensatz schwebte das „Menuett in F-Dur aus KV 377“ von Wolfgang Amadeus Mozart durch den Kirchenraum, eingerichtet für Orgel zu vier Händen von oben erwähntem Samuel Wesley. Und dann das große Finale. Es gehörte einem bekannten und mächtig auftretenden Stück von Georg Friedrich Händel, dem „The Grand Halleluja“, das von John Marsh für Orgel zu vier Händen eingerichtet worden war. Mit diesem wuchtigen und kraftvollen Schlusspunkt entließen die beiden Interpreten ihr Publikum ins Gemeindehaus, wo die begeisterten Zuhörer sich noch lange mit ihnen über dieses beeindruckende Konzert austauschen konnten.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt