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Dieter Nuhr mit einem umjubeltem Gastspiel in der Rattenfängerhalle

Lachkrämpfe und launige Sprüche

Von Cord Wilhelm Kiel

veröffentlicht am 05.02.2009 um 18:04 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 12:21 Uhr

„Ich spreche lieber vor Leuten, die freiwillig gekommen si
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Hameln. Keine Frage: Die deutsche Comedy-Landschaft ist eher trist. Sie wird dominiert von Schlaftabletten wie Maddin, Proll-Humoristen wie Atze Schröder oder von Sprücheklopfern, die sich selbst am lustigsten finden, wie Oliver Pocher. Glücklicherweise gibt es Ausnahmen, die sich immer wieder neu erfinden. Dazu gehören Bastian Pastewka, Hape Kerkeling oder Christoph Maria Herbst – und Dieter Nuhr, der am Mittwoch in der fast ausverkauften Rattenfängerhalle ein umjubeltes Gastspiel gab.

In den letzten Jahren hat der Comedian eine leichte Metamorphose in Richtung Kabarett vorgenommen, sodass er als bisher einziger Künstler sowohl den Deutschen Kabarett- als auch Comedypreis gewann. Seine Jahresrückblicke im ZDF zeugen von einer beinahe philosophischen Sichtweise.

Programm hat nicht an

Aktualität verloren

Nuhr spielte sein altes Programm „Nuhr die Wahrheit“, das aber nichts von seiner Aktualität verloren hat. So passen der Einstieg mit Verweisen auf Papst und (US-)Präsident sowie launigen Sprüchen über die Bankenkrise und der weitere Verlauf mit vielen hintergründig-nachdenklichen Passagen perfekt zum Thema.

Nuhr studierte Kunst und Geschichte auf Lehramt, wurde dann aber Comedian. In der Zugabe erfahren die Zuschauer den wahren Grund der – richtigen – Berufswahl: Er konnte einfach den tiefen Ausschnitten seiner Schülerinnen nicht widerstehen. Überhaupt erzählt der Künstler, dem man den Pädagogen anmerkt, viel in den fast zweieinhalb Stunden: Politik, der ewige Kampf der Geschlechter (viel charmanter, geistreicher und damit lustiger als bei Mario Barth), Wahrheit, Tod, Schöpfungsgeschichte – die Liste der Themen ließe sich noch fortführen. Besonders gelungen sind die Passagen zu Religion und Politik, die gern miteinander vermengt werden: „Eva ist die Ursula von der Leyen der Bibel, unsere Gewinnerin der Goldenen Plazenta 1996.“ Selbstverständlich bekommen auch Top-Manager ihr Fett ab. Erlebnisse und Anekdoten von Nuhrs zahlreichen Reisen runden einen rundum gelungenen Auftritt ab, der nicht nur einen weiblichen Fan zum Dauer-Lachkrampf bringt.

Eine Wahrheit darf aber nicht verschwiegen werden: Die Pausen-Getränkeversorgung in einer voll besetzten Halle war, um in der Pädagogensprache zu bleiben, ungenügend.



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