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Mit Schlafbrille ins Museum: Die Duisburger Ausstellung „Nah dran“ lässt Besucher die Exponate ertasten

Kunstwerk bitte berühren!

Duisburg. Ebenso wie in wohl jedem Zoo das Schild mit der Aufschrift „Bitte nicht füttern“ neben dem Käfig prangt, gibt es für Kunstausstellungen eine goldene Regel: „Bitte nicht berühren!“. Wer es doch tut und der Leinwand zu nahe tritt oder der Plastik über den Rücken streicht, wird vom Aufsichtspersonal zurechtgewiesen und löst schlimmstenfalls gar einen Alarm aus. Anders, ganz anders, ist es in der Ausstellung „Nah dran“, die gestern in Duisburg eröffnet worden ist. Das Lehmbruck-Museum lässt seine Besucher darin nämlich 24 Kunstwerke ertasten. Und wer dabei einen leichten Stoffhandschuh überzieht und auch die lichtundurchlässige Schlafbrille aufsetzt, der wird auch nicht mit mahnenden Blicken vom Sicherheitsdienst gestraft. Ganz im Gegenteil.

veröffentlicht am 28.03.2013 um 14:25 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 21:41 Uhr

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Autor:

Gabriele Fritz und Gloria Ross
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Die sogenannte Tastausstellung umfasst eine Auswahl aus 100 Jahren Bildhauerei: Figürliche Motive wie August Kraus’ „Menneken piss“ aus dem Jahr 1908 sind ebenso wie Wilhelm Mundts aus Kunststoff gefertigte „Trashstones“ ausgestellt. Auch der Hannoveraner Künstler Timm Ulrichs ist vertreten: Sein bronzenes „Handlese-Kunstbuch“ zum Auseinander- und wieder Zusammenklappen ist Bestandteil der Schau. Die Kunstwerke, deren Berühren ausdrücklich erwünscht ist, bieten raue und glatte Oberflächen, rhythmische und diffuse Strukturen. Alle Skulpturen können „so wahrgenommen werden, wie die Bildhauer sie erschaffen haben, nämlich mit den Händen“, sagte die Kuratorin Claudia Thümmler. Und Sybille Kastner, die zweite Kuratorin der Ausstellung, ergänzt: „Ob wir eine Form als etwas Bekanntes erkennen oder als etwas ganz Eigenständiges erfahren, ist nicht nur abhängig vom Exponat, sondern auch von unseren ganz persönlichen Wahrnehmungsmustern.“ Besucher können neben einem Tast-Memory auch Blind-Zeichenübungen machen oder versuchen, eine Skulptur nachzustellen, die sie nicht gesehen, nur erfühlt haben.

Die Ausstellung „Nah dran“ im Duisburger Lehmbruck-Museum ist bis zum 25. August geöffnet. Weitere Informationen: www.lehmbruckmuseum.de



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