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Der hannoversche Künstler Gerhard Wendland hätte seinen 100. Geburtstag gefeiert – und wird daher mit zwei Ausstellungen gewürdigt

Kunstkritiker bezeichneten ihn auch als einen „barocken Klee“

Hannover. Das hätte ins Auge gehen können, wie man so kalauert, mit den beiden Wendlands. Denn während der eine sang: „Schau mir noch mal in die Augen“, hat sich sein gleichnamiges Pendant mit der Bildenden Kunst auseinandergesetzt: der in Hannover geborene Maler Gerhard Wendland. Aus Anlass seines 100. Geburtstags wurde in der Städtischen Galerie Kubus und in der Galerie vom Zufall und vom Glück nun eine sehenswerte Ausstellung eingerichtet.

veröffentlicht am 29.11.2010 um 15:45 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 08:41 Uhr

„Stehende, die sind wie Gärten“ heißt dieses 1959 angefertigte Bild von Gerhard Wendland.

Autor:

Klaus Zimmer
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Gerhard Wendland musste, wie viele Künstler dieser Generation, Kriegseinsatz, Gefangenschaft und Wiederbeginn in einer Welt der Ruinen durchleben, bevor man auf sein Talent aufmerksam wurde. Nach dem Stipendium des Bundesverbandes der Industrie 1953 wurde Wendland ab 1956 Leiter der Abteilung für Freie Malerei an der Werkkunstschule in Hannover. Später folgte seine Berufung als Dozent an die Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg. Mit der Teilnahme an der documenta II 1959 in Kassel konnte er auf seine bisher erfolgreiche künstlerische Laufbahn zurückblicken.

Gerhard Wendland hat sich bei seinem Schaffen immer wieder infrage gestellt. In seiner abstrakten Malerei und der Grafik orientierte er sich bewusst an den Großen der ungegenständlichen Malerei: Paul Klee und Wassily Kandinsky. Deren Handschrift empfand er als ein Fundament für seine lebenslangen Studien zur Weiterbildung.

Wie ein roter Faden durchzieht ein Stilwechsel das Werk des 1986 in Nürnberg gestorbenen Künstlers: wenn ihn die Experimentierlust ergriff, er sich auslassen konnte am Neuen, dem Informellen, den Op-Art-Elementen, seinen lyrischen Einschüben und der expressiven Abstraktion.

Sein Ideenreichtum ist erstaunlich, er hat in seinem jeweiligen Schaffensrhythmus das geistige Gespräch gesucht, sich auseinandergesetzt auch mit dem Kubismus eines Picasso, den Naturformen eines Miró. Kunstkritiker nannten ihn auch einen „barocken Klee“.

Die Ausstellungen sind zu sehen bis 19. Dezember.



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