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Eindrucksvoll: „Harold und Maude“ im Ballhof zwei

Kultfilm als gelungenes Theaterwagnis

Hannover. Das Licht geht aus, und der junge Mann, der mit der Schlinge um den Hals auf dem Kronleuchter sitzt, springt. Dann baumelt er, zuckt und röchelt zum Gotterbarmen. Schließlich stakst eine Dame auf die Bühne. Sie scheint den Erhängten gar nicht zu sehen. Sie sagt, sie erwarte ihn in 15 Minuten im Esszimmer.

veröffentlicht am 04.05.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 05:21 Uhr

Autor:

Bert Strebe
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Das Schauspiel Hannover zeigt ein eindrucksvolles Stück – das Junge Schauspiel im Ballhof zwei wagt sich an „Harold und Maude“. Und ein Wagnis ist das in jedem Fall, denn nahezu jeder, der ins Theater kommt, hat die Bilder des Films von Hal Ashby von 1971 im Kopf.

Und der wurde Kult. Die witzig erzählte traurige Geschichte des jungen Harold, der immer wieder seinen Selbstmord inszeniert, um die Aufmerksamkeit seiner Eisblockmutter zu erringen, rührte Millionen. Auf Beerdigungen lernt er Maude kennen, eine unkonventionelle 79-Jährige, in die er sich verliebt. Wie bringt man so etwas auf die Bühne, ohne am Film zu scheitern? Regisseurin Susanne Lietzow hat es geschafft, indem sie den Film in die Inszenierung hineinholt. Und dann zieht sie Spannung, Witz, Schmerz und Herzenswärme um jeweils zwei, drei Umdrehungen an.

Sibylle Brunner als Maude und Sven Mattke als Harold schaffen es, die Gesichter der Filmfiguren in den Hintergrund zu drängen. Der 1939 geborenen, quirligen Sibylle Brunner scheint die Rolle der Maude wie auf den Leib geschrieben. Sie rettet asthmagefährdete Straßenbäume und zoogeschädigte Robben. Das Behinderte in der Seele von Harold trägt Sven Mattke in Augen und Körperhaltung: glasiger Blick, Lineal verschluckt. Nur bei Maude taut er auf.

Die weiteren Termine: am Freitag, 22. Mai, Samstag, 30. Mai, sowie Sonntag, 31. Mai, je um 19.30 Uhr.



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