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Puppenspieler des Theaters Zitadelle verzaubern im Theater Hameln

„Kuhlauer“ am laufenden Band

Hameln. „Egal wie alt man ist, da wird man einfach wieder zum Kind. Das ist ein tolles Erlebnis. Wir sind begeistert“, sagt der ältere Herr, der zusammen mit seiner 15-köpfigen Verwandtschaft zum „Blauen Montag“ ins TAB gekommen ist. Eine Meinung, die auch Intendantin Dorothee Starke und Dramaturgin Ilka Voss absolut teilen. „Ich habe wirklich immer den Eindruck, dass diese Puppen leben und richtig reden. Das ist wie wenn man früher als Kind gespielt hat“, verrät Dorothee Starke.

veröffentlicht am 16.02.2016 um 17:32 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 10:26 Uhr

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Autor:

Ernst August Wolf
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Tatsächlich verzaubern die beiden Puppenspieler Regina und Daniel Wagner mit ihren „Berliner Stadtmusikanten“ einen entzückenden Abend lang ihr Publikum.

Zwei blöde Schafe und der gerissene Fuchs

Es ist – auf vielfachen Wunsch – bereits der zweite Teil der „Berliner Stadtmusikanten“ des Theaters Zitadelle. Statt Esel, Hund, Katze und Hahn agieren die berlinernde Kuh im rosa Tütü, der einäugige Wolf, Frau Katze und der winzige Friedrich Spatz. Mit dabei auch ein Kaninchen, früher Versuchskaninchen in der Hutfabrikation einer Zauberschule, das allerdings wegen seiner Spitzeldienste ein grausiges Ende ereilt; außerdem mit dabei zwei blöde blökende Schafe und der gerissene Fuchs.

Schauplatz ist wie in Teil 1 das Altenheim „Sonnenschein“ in der Uckermark in Brandenburg, eben da, wo sich Hund und Katze „Gute Nacht“ sagen.

Überhaupt strotzen die herrlichen Texte vor höchstvergnüglichem Wortwitz und echten „Kuhlauern“ zum Totlachen. Da wird dem scheintoten Wolf, der einen vergifteten Apfel verschluckt hat ein voreiliges „Kater Unser“ gebetet, da kommt Friedrich Spatz „nicht aus den Federn“, und die Kuh singt am liebsten Couplets von „Rotto Euter“.

Doch der halbblinde Ex-U-Bahnfahrer und Juwelendieb Wolf überlebt, dank eines Notarzteinsatzes mit echter Blutdruckmessung, und alles wendet sich zum Guten. Vorläufig zumindest, denn nach diesem erstklassigen Puppenspielgenuss muss einfach ein dritter Teil folgen. Zuletzt übrigens waren Puppen sogar im Fernsehen zu sehen: Das Theater Zitadelle kämpfte bei RTL um den Titel der „Puppenstars“ und schaffte es immerhin ins Finale.

Nicht nur die Schauspieler verleihen ihren Figuren Leben, auch die Soundgestaltung ist allererste Klasse. Etwa, wenn zu „Spiel mir das Lied vom Tod“ ein nächtlicher Zeitlupenkampf die Spannung steigert oder mal zwischendurch irgendwo von hinten ein Vöglein fast unhörbar zwitschert oder eine Krähe krächzt.

„Sag mal geht’s noch?“ Oh ja bitte!

Es sind die vielen liebenswürdigen Kleinigkeiten, die einem sogar die beiden, von den realen Personen dargestellten, diebischen Pfleger sympathisch werden lassen. Und wie die leicht demente Katze auf manche Frage einfach nur ausdruckslos ins Publikum glotzt, dann aber wieder einen Mega-Witz raushaut, das ist einfach hinreißend. Und dann kommt es natürlich wieder, ihr schnippisch-vorwurfsvolles „Sag mal geht’s noch?“ Oh ja bitte, natürlich geht da noch eine Folge. Und die ist wie Ralf Wagner von Berliner Theater Zitadelle verrät, auch schon in Planung. Aber es würde auch schon reichen, wenn sich diese Tiere einen Abend lang einen „Kuhlauer“ nach dem anderen um die Ohren hauen. Zum Brüllen.



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