weather-image
11°

ku/1912glasblassing are

Hameln. Wenn 130 Flaschen auf der Bühne stehen, kann kein gutes Konzert daraus werden? Von wegen! Das GlasBlasSing-Quintett besteht keineswegs nur aus Flaschen, sondern es benötigt die Glasbehälter als Instrumente. Unterschiedlich befüllt mit Wasser, beschriftet mit dem herauszuholenden Ton, gehen die Berliner Musiker mit jeder Menge Leergut auf Tour (das sie im Übrigen nicht jedes Mal selbst leeren). Ihr Standardinstrument ist die 0,33er-Flasche Bier, erklärt der hauptberufliche Flaschenmusiker Frank. Plastikflaschen seien eher als Schlaginstrumente geeignet. „Vor dem Konzert machen wir den Deckel ab, nach dem Konzert den Deckel wieder drauf.“ Denn die gestimmten Instrumente werden vier bis fünf Auftritte lang benutzt.

veröffentlicht am 18.12.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 12:21 Uhr

270_008_4219454_ku101_1912.jpg

Autor:

Julia Marre
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Wo in Flaschenhälse geblasen wird, gibt es natürlich auch schon mal Scherben. „Und anfangs, wenn wir zu viel geprobt haben, wurde uns vom vielen Pusten ganz schummrig“, erinnert sich der Musiker – durch das häufige Ausatmen hätten die Berliner beinahe hyperventiliert. Am Anfang, das war 2003, als die fünf noch vor Kneipen in der Bundeshauptstadt auftraten und zwei Songs im Repertoire hatten: Elvis Presleys „All shook up“ und Bobby McFerrins „Don’t worry be happy“. Und happy ist das Quintett, denn auf den Erfolg mit der Flaschenmusik können die fünf mittlerweile anstoßen. Eine gute Kondition haben sie sich antrainiert: „Wir verfügen über großes Lungenvolumen“, sagt Frank. Und Probleme mit Herpes? „Über die denken wir lieber gar nicht erst nach“, schmunzelt er.

Nachdem das GlasBlas- Sing-Quintett schon im Sommer vergangenen Jahres in der Hamelner Reihe „Kultur in den Höfen“ mit in Flaschenhälse gepusteten Ohrwürmern verblüffte, werden die Blasmusiker auch bei ihrem Auftritt am Donnerstagabend in der Sumpfblume umjubelt. „Mein kleines grünes Fläschchen steht draußen am Balkon“, singen und blasen sie den alten Comedian-Harmonists-Hit – und haben gleich mit dem ersten Song das Publikum für sich gewonnen. Der Höhepunkt der zweistündigen Show ist spätestens dann erreicht, als die Musiker „My heart is beating like a bottle drum“, frei nach Emiliana Torrini, singen oder blasen – und dabei auch die selbst gebaute Wasserspender-Bassdrum schlagen. Überhaupt zeichnet sich der Abend durch Erfindungsreichtum aus: Da gibt es die Panflöte mit Schnäpschenflaschen von der Supermarktkasse, die Boogie-Woogie-Leiste voller Flaschen zum Weiterreichen, das Jägermeister-Xylophon. Darauf gespielt werden „Good Vibrations“ von den Beach Boys, ein Western-Medley zum Mitraten oder die humorvoll gereimten Eigenkompositionen. Klar, dass eines nicht fehlen darf: die Coversongs der deutschen Hip-Hop-Pioniere Fanta4.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt