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Hannover. „Die Idee ist gut“, singt Dirk von Lowtzow am Freitagabend im Kronsberg Park, „doch die Welt noch nicht bereit“. Der Tocotronic-Song ist alt, von 1995. Und doch passt er wie ein Dixi-Klo zu einem Festival: Das BootBooHook, fünf Jahre altes Konzert-Spektakelchen aus Hannover, ist vom Faust-Gelände in Linden an den Laatzener Expo-Wal umgezogen. Und wie das so ist, wenn einer die Gitarre in den Koffer packt: Es dauert ein Weilchen, bis alle Freunde es schaffen, sich das neue Heim mal anzusehen.

veröffentlicht am 26.08.2012 um 17:27 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 23:21 Uhr

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Autor:

Julia Marre
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So geht es dem BootBooHook an diesem Wochenende. Abends ist das Festivalgelände gut besucht. Die Vorjahreszahlen haben die Veranstalter locker erreicht, 4000 Besucher feiern mit Tocotronic. Am Samstag sind es gefühlt weitaus mehr. Aber die schiefen Wiesen hätten Tanzfläche für ein paar mehr Festivalbesucher sein können …

Das BootBooHook ist ein Festival mit Ecken und Kanten. Es will einen „interessanten, spannenden Mix an tollen neuen Künstlern“ bieten, der jeden Besucher überraschen soll. So erklärt es Veranstalter und Tapete-Records-Chef Dirk Darmstaedter. Und das klappt auch prima.

Whomadewho sind am Samstagabend solch ein großartiges Knallbonbon: Gitarrist Jeppe Kjellberg und Bassist Thomas Hoffding tragen – im Partnerlook! – weiße Hemden und dunkle Hosenträger. Dass die einen Zweck erfüllen sollen, wird klar, als die bärtigen Dänen von der Bühne ins Publikum springen oder den Lautsprecherturm erklimmen. So weit, so agil. Die Musiker haben nicht nur Hummeln im Hintern, sondern offenbar auch einen Tanzbären gefrühstückt. Ihr sphärischer Diskostampfer „The Sun“ lässt kein Bein ruhig stehen. Und „Inside World“ klingt mit dem bravourös gemeisterten zweistimmigen Falsettgesang zwar etwas nach Mika, hat aber zweifellos die besseren Beats.

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  • Drei Dänen stehlen allen anderen die Show: Whomadewho.
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  • Liefern mit „Mein Ruin“ den Song zur Finanzkrise: Tocotronic.
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  • Aerobic-Einlage am Instrument: Dede von We have Band.

Auf der Bühne wippen bei Whomadewho die Musiker von We have Band mit. Die Londoner Elektro-Pop-Band hat vorher schon bewiesen: Nicht nur ihr „Divisive“ hat Hitpotenzial. Dede Wegg-Prosser wirft ihre Arme mit den Drumsticks in die Luft wie eine Aerobic-Queen. Darren Bancroft zappelt am Keyboard. Und die Wolken hüpfen zu „Where are your People“ auch schnell davon.

Ob Songwriter Gravenhurst mit seinem Slow-Motion-Pop auf der Zeltbühne, Superpunk mit „ein bisschen Seele“ und viel Wehmut bei ihrem Abschiedskonzert oder Me and My Drummer mit Popschätzchen, die Mädchenherzen aufwärmen – tatsächlich lauern die Überraschungen auch am Samstag überall.

Dass der Norweger Erlend Øye von The Whitest Boy Alive einen neuen Reggaesong im Gepäck hat, ist wieder so eine. Zu „Upside down“ setzen sich Tausende Besucher mal eben ins Gras. Gemütlich klingt das Festival am Samstag aus, das am Freitag melancholisch mit Tocotronic begann. Dass die Chefs der Hamburger Schule größtenteils ihre Best-of-Songs spielen, ist ungewöhnlich. „Let There Be Rock“ gehört zu ihrem Festivalrepertoire. Darin singt von Lowtzow: „Wir haben gehalten in der langweiligsten Landschaft der Welt. Wir haben uns unterhalten und festgestellt, dass es uns hier gefällt.“ Es passt zum BootBooHook.

Eine Bildergalerie von Julia Marre und Robert Michalla gibt es auf dewezet.de.

Tanzbären zum Frühstück

Das Überraschungsei unter den Festivals: BootBooHook mit über 40 Bands auf dem Expo-Gelände

Mischte bei Röyksopp und den Kings of Convenience mit und macht nun tanzbaren Groove: Erlend Øye von The Whitest Boy Alive.

Fotos: are/rom



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