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Rum-Seeligkeit und Weihnachtsfreude

Konzert des Polizeichores zwischen Moderne und Tradition

HAMELN. Zweimal ein annähernd ausverkauftes Haus, mehr als 70 Sängerinnen und Sänger auf der Bühne, bewährte Gastkünstler und ein ausführliches Programmheft, das bald knapp wurde: Zunächst erschien es wie immer beim vorweihnachtlichen Konzert des Polizeichores Hameln. Aber es wurde doch anders.

veröffentlicht am 02.12.2018 um 18:01 Uhr
aktualisiert am 02.12.2018 um 22:50 Uhr

Glänzender Auftritt: Der Polizeichor Hameln hatte in Mitgliedern der Neuen Philharmonie Hamburg perfekt Begleiter. Foto: geb
Holländer1

Autor

Ernst-Wilhelm Holländer Reporter
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Musik aus dem Opern-Repertoire, klassische Highlights, bekannte weihnachtliche Klänge waren nur vereinzelt zu hören. Stattdessen tönte von der Bühne des Hamelner Theaters, zumindest im ersten Teil, eher Zeitgenössisches. Der Polizeichor hat sich verändert. Der Vorsitzende Thomas Schrell erklärte: „Ich denke, genau das muss heute der Weg sein.“

So hörte man gleich zu Beginn Stücke aus den Musicals „The Sound of Music“ von Richard Rogers und „König der Löwen“ von Elton John sowie „Applaus, Applaus“ von „Sportfreunde Stiller“. Später brillierte das Ensemble mit eher fetziger Musik etwa von Ed Sheeran und Karl Jenkins, allesamt in gekonnten Arrangements von Andranik Simonyan. Dieser Vollblut-Musiker, seit langem Leiter des Chores, hat Note für Note seinen Sängern auf den Leib geschrieben. Diese haben die dafür nötigen und recht schwierigen Aufgaben in langer intensiver Probenarbeit gemeistert – in sicherer Intonation, glänzend bewältigter Dynamik, zwar nicht sehr textverständlich, aber das war auch nicht erforderlich.

Begleitet wurde der Chor von Mitgliedern der Neuen Philharmonie Hamburg, die unter anderem glänzende Soli der Trompeten und ein umwerfendes Schlagzeug beisteuerten. Simonyan bewährte sich am Flügel gleichzeitig als Pianist wie auch mit sicherer Zeichengebung.

Tenor Ewandro Stenzowski singt mit Inbrunst im Vordergrund, Andranik Simonyan dirigiert nicht weniger engagiert den Chor. Foto: geb
  • Tenor Ewandro Stenzowski singt mit Inbrunst im Vordergrund, Andranik Simonyan dirigiert nicht weniger engagiert den Chor. Foto: geb

Die Hamelner sind mit dem Nürnberger Shanty-Chor der Wasserschutzpolizei freundschaftlich verbunden. Die „Seebären“ bewiesen, geleitet von dem höchst kundigen Dirigenten Waldemar Weiker, dass man auch in der fränkischen Metropole viel von der Seefahrt versteht. Auf der Pegnitz hat man wohl auch „am liebsten Rum, vallera!“. Das verkündete fröhlich ansteckend Solist Eberhard Hüftlein.

Als weitere Gäste wirkten der Star-Tenor des Landestheaters Detmold, Ewandro Stenzowski, und sein hochkarätiger Begleiter Maurizio Deiana mit. Da gab es wahrhaft glänzenden Stimmklang in bekannten italienischen Canzonen. Noch etwas war anders an diesem Abend: Es moderierte Jan Hampe, den man von Radio Aktiv kennt. Er vermittelte viel Hörenswertes, war auch kundiger Werber für die Polizei, „dein Freund und Helfer“.

Spät, aber nicht zu spät, wurde es dann festlich: Weihnachtliches in ungewohnter Komposition, Schubert mit seinen „Englein“ auf Italienisch, seemännische Weihnachten, hier aus dem Frankenland, und auch das fröhliche „Feliz Navidad“ – das alles ging wohlig durchs Ohr.

Alle Mitwirkenden vereinigten sich zum Finale – Tenor Stenzowski stimmlich im Vordergrund strahlend, die Instrumentalisten, alle Chorsänger voller Hingabe. Das so beliebte „O du fröhliche“, nicht nur auf der Bühne gesungen, bildete den Abschluss. Simonyan Andranik, der Alleskönner, gab dazu den Einsatz. Die heftig erklatschte Zugabe wäre eigentlich nicht mehr nötig gewesen.



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