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Konventionell und faszinierend

Von Klaus Zimmer

Hannover. „Meine Bücher sind über die Welt gewandert, man war so freundlich sie zu mögen“, notiert Lisbeth Zwerger. Und der Rezensent, vereinnahmt vom unergründlichen Zauber dieser kleinen Kunstwerke, „mag sie auch“, diese Illustrationen, möchte aber zunächst den berühmten Eric Carle zitieren, der unter anderem über Lisbeth Zwerger schreibt: „Die zwingende Schönheit und Bewegtheit, die sie ausdrückt, die mysteriöse und spirituelle Qualität ihrer Arbeit wirkten sich auf mich so aus, dass ich stehen blieb und mir den bemerkenswerten konventionellen Stil ansah, der aus der Seele der Künstlerin zu sprechen schien.“

veröffentlicht am 02.11.2010 um 12:15 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 11:21 Uhr

Kultur
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Von Klaus Zimmer

Hannover. „Meine Bücher sind über die Welt gewandert, man war so freundlich sie zu mögen“, notiert Lisbeth Zwerger. Und der Rezensent, vereinnahmt vom unergründlichen Zauber dieser kleinen Kunstwerke, „mag sie auch“, diese Illustrationen, möchte aber zunächst den berühmten Eric Carle zitieren, der unter anderem über Lisbeth Zwerger schreibt: „Die zwingende Schönheit und Bewegtheit, die sie ausdrückt, die mysteriöse und spirituelle Qualität ihrer Arbeit wirkten sich auf mich so aus, dass ich stehen blieb und mir den bemerkenswerten konventionellen Stil ansah, der aus der Seele der Künstlerin zu sprechen schien.“
 Lisbeth Zwerger, geboren 1954 in Wien, gehört heute zu den herausragenden Künstlerpersönlichkeiten im Bereich der Märchenillustration und klassischen Literatur. Beeindruckt von den Arbeiten des Viktorianischen Illustrators Arthur Rackham, entstanden ihre ersten Illustrationen zu Märchen von E.T.A. Hoffmann und Hans Christian Andersen.
 104 Arbeiten laden ein zum „Gespräch“. Illustrationen für international bekannte Autoren, zum Beispiel Gebrüder Grimm, Oscar Wilde, Charles Dickens, Aesop, Christian Morgenstern, Werner Hauff, Theodor Storm oder auch Richard Kipling, um nur einige zu nennen – und, vergessen wir auch nicht: Lisbeth Zwerger erhielt für Hauffs „Der Zwerg Nase“ 1994 den Rattenfänger Literaturpreis der Stadt Hameln.
 Die Künstlerin hat sich auseinandergesetzt mit der Welt der Literatur und verstanden, dass ihre Welt der Bilder und die Welt der Sprache miteinander verbunden sind. Vor allem die alten Texte bedeuten für sie eine besondere Inspirationsquelle. Die landläufige Auffassung, dass ein Illustrator den literarischen Vorwurf bebildere, tritt bei dieser Künstlerin hier – in geradezu dialektischer Umkehrung – die Erkenntnis entgegen, dass der Vorwurf längst Geschautes und unbewusst Vorgezeichnetes nur noch auslösend ans Licht ruft. Wie Lisbeth Zwerger aber unsere gegenständliche Welt umarbeitet, umformt, verzaubert, wie sie den Traum verwirklichen lässt, das ist ihr schöpferisches Geheimnis.
 Ihre Geschöpfe entwickeln, zwischen den zwei Buchdeckeln, ihr Eigenleben: die große Kunst der Lisbeth Zwerger, ihr unglaubliches Einfühlungsvermögen in das jeweilige Werk. Faszinierend diese Gestalten, in einem angemessenen Kolorit, im Aquarell und Gouache, auf dem Fundament sorgfältigster Zeichnung.

 4 Bis 6.Februar 2011. Katalog 29,95 €



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