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Die Actionkomödie „Kick-Ass“ ist eine geniale, aber brutale Perle im knallbunten Mainstream der Kinowelt

Kompromisslos wie die Filme Quentin Tarantinos

Von Niklas Thoma

veröffentlicht am 25.04.2010 um 14:17 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 01:41 Uhr

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Warum ist noch nie jemand auf die Idee gekommen, sich ein Kostüm anzuziehen und Menschen auf der Straße zu helfen?, fragt sich Dave. Schließlich lieben alle Menschen Superhelden. Und nicht jeder Held hat auch Supermächte. Gesagt getan. Dave bestellt sich einen Neoprenanzug und zieht als „Kick-Ass“ um die Häuser. Was er vergessen hat: Böse Buben sind brutal. Und so bekommt er gleich Prügel und ein Messer in den Bauch.

Nein, hier begnügt sich niemand mit der Story von jemandem, der versucht, Superheld zu sein. Anstatt liebenswerten Klamauk abzuliefern, setzt der zuletzt so sanfte Regisseur Matthew Vaughn („Der Sternwanderer“) dem Comic ein Denkmal – und dreht dabei ordentlich auf. Bei der Verfilmung der harten Graphic-Novel-Vorlage hat Vaughn sich eher von Quentin Tarantinos Kompromisslosigkeit als von Sam Raimis Spiderman-Filmen inspirieren lassen. Sein Glück, dass die Studios anfangs kein Interesse zeigten und Vaughn das Geld für eine Independent-Produktion zusammenkratzen musste. Hier explodieren Köpfe, zerplatzen Kleinganoven in Großmikrowellen und werden Beine mit Schwertern abgetrennt. Dass hinter den brutalsten und am elegantesten inszenierten Szenen das elfjährige „Hit Girl“ steckt, ist nur einer der genialen Kniffe, mit denen Vaughn den Balanceakt meistert, dem Superheldengenre eine schrille Hommage zu bieten, um gleichzeitig mit allen Klischees und Konventionen makaber zu brechen. Ob „Kick-Ass“ an den Kinokassen für den erwarteten Erfolg sorgen wird, ist fraglich. Denn: So wenig jugendfrei der Streifen ist, so sehr schlittert er am üblichen Publikum vorbei. Vaughn haben kommerzielle Strategien ohnehin nie interessiert. Und den älteren Semestern ist ein schreikomischer, respektloser Comicstreifen gegönnt.

„Kick Ass“ läuft im Maxx-Kino derzeit täglich um 17.30 und 20 Uhr.

„Ab heute bin ich einfach ein Superheld“: Dave hilft im Neoprenanzug den Menschen auf der Straße.



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