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Poetisches Familiendrama: Wie der Bestseller „Der Geschmack von Apfelkernen“ als Kinofilm funktioniert

Kompott der großen Gefühle

Der Apfel als eines der ältesten literarischen Bilder unserer Kultur ist „ein Symbol für Verführung, Liebe, Schönheit, Macht, Erkenntnis, Schuld“, sagt Autorin Katharina Hagena. Ihr Romandebüt „Der Geschmack von Apfelkernen“ kommt heute ins Kino: Regisseurin Vivian Naefe setzt den Bestseller in teils poetischen Leinwandimpressionen idyllischer Landschaften zwischen Apfelbäumen und Gutshäusern in Szene. Mit Kameramann Martin Langer verfilmte Naefe die Familiensaga im Norden Deutschlands. In Schleswig-Holstein stießen sie auf Gut Stendorf am Bungsberg und dessen großen Obstgarten.

veröffentlicht am 25.09.2013 um 16:10 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 01:41 Uhr

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Autor:

Dorit Koch
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Es sind das alte Haus und der Apfelgarten von Oma Bertha, die zum Schauplatz der über drei Generationen erzählten Geschichte über die Frauen der Familie werden. Als Bertha (Hildegard Schmahl) stirbt, erbt ihre Enkelin Iris (Hannah Herzsprung) das alte Haus. Sie kehrt zurück an jenen Ort, an dem sie mit Cousine Rosmarie die Sommerferien verbrachte. Ein Ort, an dem ein Apfelbaum zweimal im Jahr blühte. Wo über Nacht, als Berthas Schwester starb, rote Johannisbeeren weiß wurden und Gelee aus „Konservierten Tränen“ lieferten. Und wo Tante Inga (Marie Bäumer) Funken aus ihren Fingern sprühen ließ.

Es ist ein Ort, der schmerzliche Erinnerungen weckt, denn nicht nur Berthas Schwester starb dort als 16-Jährige, sondern später auch Harriets (Meret Becker) Tochter und Iris’ Cousine Rosmarie mit kaum 16 Jahren. Iris trifft bei ihrer Rückkehr Max, den Bruder einer Jugendfreundin, und streift durch den verwilderten Garten und das Haus. Immer mehr Erinnerungen werden wach – immer wieder begibt sich der Zuschauer auf Zeitsprünge.

Das Verknüpfen der Zeit- und Erzählebenen gelingt dem Film ohne Probleme, immer mehr Kapitel der Familienchronik schlägt er auf. Vielleicht zu viele – manchmal wäre man lieber weiter zum Kern durchgedrungen. Es geht um Liebe und Tod, Lügen und Intrigen. Und immer mehr nähern sich etwa Iris’ Erinnerungen jener Nacht an, in der sie sich schlafend stellte, als ihre Cousine ihr kurz vor ihrem Tod noch etwas sagen wollte. Jene Nacht, die nicht nur Iris verdrängt hat.

„Der Geschmack von Apfelkernen“ ist ab heute im Maxx-Kino Hameln zu sehen: täglich um 15.30, 17.45 und 20.05 Uhr. Weitere Bilder und einen Trailer zum Film sehen Sie auf dewezet.de.

Iris (Hannah Herzsprung) erbt das alte Haus von Oma Bertha und trifft dort ihren Jugendfreund Max (Florian Stetter) wieder. Concorde



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