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Kurz und gut: So fasziniert die britische Rockband Coldplay 45 000 Konzertbesucher in der AWD-Arena

Kollektivrausch mit blinkendem Bombast und vielen Hits

Hannover. Feuerwerksraketen schießen zu „Every Teardrop is a Waterfall“ in den Himmel über Hannover. Lichter. Sie sind das, was bei vielen vom Coldplay-Konzert hängen bleiben wird. Viele kleine bunte Lichter. Denn jeder Besucher hat vor dem Konzert ein Armband bekommen, das bunt leuchtet – wann immer es die Lichtregie will.

veröffentlicht am 23.09.2012 um 19:03 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 19:41 Uhr

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Autor:

Uwe Janssen
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Als die Band um kurz nach 21 Uhr auf die Bühne sprintet und mit „Hurts like Heaven“ den Abend eröffnet, ist das Spektakel zu sehen. Das Stadion blinkt und funkelt. Das ist neu. 45 000 Lampenständer recken ihre Arme in die Luft, als Sänger Chris Martin sie dazu auffordert.

Von Beginn an gibt er den Animateur auf der stattlichen, nach hinten offenen Bühne, über der Pink-Floyd-artige runde Leinwände hängen. „Hannover“, brüllt er, „Hannover, make some noise, make some fucking noise, make some fucking Hannover noise“. Und Hannover macht some fucking noise. Mittendrin: Philipp Rösler und seine Frau Wiebke, für sie ist es „eine der besten Shows, die wir je gesehen haben“.

Während der ersten Lieder ist richtig was los. Die Band lässt es nicht nur funkeln, sondern auch krachen. Mit Pyrotechnik in der Nordkurve, ausnahmsweise mal legal. Riesenballons werden über der Menge ausgekippt. Bei „In My Place“ gibt es den einzigen Schauer des Abends: einen Konfettiregen.

Das alles sind Effekte, die bei so einem Massenereignis etwas Rauschhaftes auslösen können, zumal getragen-melancholische Popsongs wie „Yellow“ dieses Gefühl unterstützen. Martin und seine drei Mitstreiter spielen im T-Shirt, der Sänger ist schon nach Minuten durchgeschwitzt. Er macht einen aufgekratzten Eindruck, so, als wolle er noch mal alles rausholen im kalten, noisy Hannover. Wie schon in anderen Städten kündigt er das fucking beste Konzert an, das die fucking beste Band der Welt je gespielt habe. Solange es der Show dient, verzeiht ihm das Volk jede Floskel. „We need you“, ruft er immer wieder.

Bald lenkt die Band die Aufmerksamkeit auf ihre Musik. Die Blinklichter bleiben aus, die Videoanimationen sind nicht ganz so schrill. Gitarrist Jonny Buckland und Bassist Guy Berryman rücken dicht an Martin heran, der an einem bunt bemalten Klavier sitzt, dahinter hockt Schlagzeuger Will Champion. Sie schaffen es auch in dieser riesenhaften Kulisse, in der sie wie Spielzeugmännchen wirken, die Rockband zu geben, die bei einer Probe von einem 45 000-Mann-Flashmob überrascht worden ist. Auch das ist Teil der Illusion.

Mit „Viva la Vida“ wird wieder auf Kollektivrausch umgeschaltet. Martin dirigiert auf dem Steg hüpfend die „Ohohoho“-Chöre. Nach dem Song formt sich das „Ohohoho“ in der Masse noch einmal zum Großchoral. Ist immer so. Ist auch diesmal so. Er liegt dabei im Konfettibett auf dem Laufsteg.

Nach „Paradise“ gehen die vier Männer von der Bühne. Nach einer Minute sind sie wieder da. „Us against the World“. Was Ruhiges. „Speed of Sound“ kommt gleich hinterher, das Martin – wie übrigens in Köln und München – nach wenigen Takten erneut beginnt, weil das Publikum einen anständigen Liedanfang verdient habe. Mit einer Spielzeit von knapp zwei Stunden sind Coldplay um kurz vor elf Uhr die schnellste Band in diesem Stadion. Aber was zählt, ist das Gefühl. Und was bleibt, sind die kleinen Lichter im Kopf.

Megashow in Konfetti-Pfützen: Sänger Chris Martin und Gitarrist Jonny

Buckland. Foto: Thomas



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