weather-image
30°
Laut geht vor – Madsen haben ein neues Album: „Wo es beginnt“

Klotzen und nicht kleckern

Diese Pause ist gefährlich. Sie dauert einen Moment zu lange, nach dieser ersten Strophe des Madsen-Songs „Generation im Arsch“. Wer jetzt im Glauben an einen technischen Fehler den Lautstärkeregler seines Audiowiedergabegerätes in Richtung „lauter“ dreht, hat drei Sekunden später ein Problem. Denn dann brüllt Sebastian Madsen, flankiert von Gitarrengewitter: „Wir reden hier von Zukunft! Wir reden hier von Angst!“ Wer wartet, erlebt einen der besten Songs des neuen Albums „Wo es beginnt“, dem fünften der drei Brüder Madsen aus dem Wendland, die es als gleichnamige Band schon fast ein Jahrzehnt gibt.

veröffentlicht am 20.08.2012 um 17:19 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 23:41 Uhr

270_008_5764106_100878065.jpg

Autor:

Uwe Janssen
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Begonnen hat es 2004. „Du schreibst Geschichte“ hieß ihr erster Hit. So weit sind sie noch nicht, aber sie sind ein fester Bestandteil der Deutschrockszene geworden – und eine der kraftstrotzendsten Livebands. Da ist es Sebastian, Sascha, Johannes Madsen und ihren zwei Mitmusikern egal, ob sie auf dem Hurricane-Festival antreten oder beim Maschseefest Hannover, wie gerade vor zwei Wochen. Hauptsache, die Verstärker haben Strom.

Die Single „Lass die Musik an“, die im Neue-Deutsche-Welle-Outfit seit ein paar Wochen im Radio dudelt, ist eine Mogelpackung. Madsen-Lieder sind kleine Raubtiere, die von innen an der Box rütteln, weil sie raus wollen. Egal, in welchem Tempo. Stillhalten ist nicht so ihre Sache. Aber das passt ja auch ins Wendland. Die Madsens machen sich viele Gedanken, auch über Politik. Natürlich spielen sie gegen Atommüll an, gegen Nazis engagieren sie sich ebenfalls. Was kein Grund ist, den Widerstandsbetrieb nicht auch mal hochzunehmen. Die Antwort auf Ton Steine Scherbens „Macht kaputt, was euch kaputt macht“ heißt „Baut auf, was euch aufbaut“. Kernthese: „Ihr müsst klotzen und nicht kleckern, wer nicht baut, darf auch nicht meckern.“

Am Ende, nach viel melodischem Lärm, wird es dann doch still: In „Es wird schon wieder gut“ singt Sebastian Madsen über einen Arbeitsunfall. Er war 2010 bei einem Videodreh aus vier Metern Höhe auf einen Betonboden gefallen.

Das Madsen-Album „Wo es beginnt“ ist ab sofort erhältlich.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare