weather-image
25°
Hannovers Kammermusikgemeinde feiert

Klaviertrios zum Geburtstag

Hannover. Der vortragende, rezitierende und kommentierende Alfred Brendel stand im Mittelpunkt der Veranstaltungsreihe „Ein Wochenende mit Alfred Brendel“ – eine Geburtstagsaktion zum 80-jährigen Bestehen der Kammermusikgemeinde Hannover.

veröffentlicht am 05.10.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 19:21 Uhr

Autor:

Thomas Herms
Weiterlesen mit Ihrem Digital-Abonnement
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Dass der Klaviertrio-Abend ohne Mitwirkung des Maestros stattfand, war zwar im Sinne seines vollzogenen Abschieds aus dem Konzertleben konsequent, setzte aber den Pianisten Tim Horton einem gewissen Druck aus, den er souverän virtuos überspielte und zum positiven Gesamteindruck des Trios verdichtete. Das Patronat Alfreds für dieses Konzert unterstrich sein Sohn Adrian Brendel als Cellist. Bestens disponiert, sorgte er mit prächtigem Timbre für den stabilen Unterbau des Ensembles. Ausdrucksstark und klug dosiert, setzte der Geiger Benjamin Nabarro sein Instrument ein, teils im Duo mit dem Pianisten oder dem Cellisten, überzeugungsstark für eine hervorragende Gesamtleistung. Offenbar hatten sich die Musiker eigens für diese Veranstaltungsreihe als Klaviertrio etabliert. Umso bemerkenswerter ihr homogenes Zusammenspiel. Mit Haydns sogenanntem Zigeunertrio beginnend, verzichteten sie auf virtuose Extravaganzen und betonte Emotionalität. Etwas mehr davon wäre allerdings dem Schlussrondo all’Ongarese nicht abträglich gewesen. Ganz anders wirkte Haydns Trio d-moll Hob. XV:23, in dem eine ungebremste Spielfreude bis zum fulminanten Presto führte, das sie später als Zugabe wiederholten. Ähnlich die meisterhafte Bewältigung von Beethovens op.1,1.

In der Werkauswahl fiel Mauricio Kagels Opus 1 von 1985 besonders auf. Als Bereicherung der Klaviertrio-Literatur weist es neoklassische wie neoromantische Züge auf und bleibt fast ausnahmslos im tonalen Bereich. Überraschend der Verzicht Kagels auf Instrumente verschleißende Mätzchen. Bis auf das Piano-Pizzicato, das Tim Horton – in das Flügelinnere hineingreifend – zum homogenen Schlussakkord hinzufügte. Diesen Musikern würde man gerne wieder begegnen!

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare