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„Radio Rock Revolution“ bleibt harmlos

Klamaukhafte Musikkomödie ohne Tiefgang

Authentischer Ausgangspunkt des neuen Films von Richard Curtis („Tatsächlich Liebe“) ist das Verbot privater Radiostationen im England der 60er Jahre. Findige Musikproduzenten kamen auf die Idee, nicht vom Festland, sondern von einem Schiff auf hoher See aus zu senden. Curtis erzählt die Story des 18-jährigen Carl, der von seiner Mutter in die Obhut seines Patenonkels Quentin gegeben wird. Quentin ist der Boss von Radio Rock, einem Piratensender, der von der Nordsee aus die Briten mit Rock und Pop beschallt. Die DJs sind in markante Typen eingeteilt: Da gibt es den versierten Profi aus den Staaten, den netten Kumpel, den verlorenen Sohn, den charismatischen Star, den unsichtbaren Einzelgänger. Ein reiner Bund von Männern (die einzige Frau an Bord ist lesbisch), die sich mit ihrer Obsession für Rockmusik weigern, erwachsen zu werden.

veröffentlicht am 17.04.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 07:21 Uhr

Alles im Lot auf dem Boot: Die Musikpiraten haben Feierabend.

Autor:

Michael Ranze
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In losen Episoden schildert Curtis das Leben an Bord. Der schüchterne Simon heiratet die schöne Eleonore – nur um am nächsten Tag von ihr verlassen zu werden. Gavin kehrt nach einer Drogentour durch Amerika zurück und macht The Count, dem US-Star des Schiffes, Konkurrenz. Carl lernt die Liebe kennen und erfährt, wer sein Vater ist. In der Zwischenzeit sucht Minister Dormandy – Kenneth Branagh spielt ihn als Karikatur des rücksichtslosen Machtmenschen – nach einer Gesetzeslücke, um den Piratensender zu verbieten.

„Radio Rock Revolution“ spielt 1966, und so wird der Soundtrack von den Rolling Stones bis zu den Kinks, von The Who bis zu den Small Faces bestritten. Zum Beweis der überhöhten Erotisierung der Rock-Musik entern willige Mädchen in bunten Miniröcken am Wochenende das Schiff und geraten angesichts der Star-DJs aus dem Häuschen. Ein derart pubertärer Humor, gepaart mit einem chauvinistischen Frauenbild, passt so gar nicht zur behaupteten gesetzlosen Attitüde. Denn Richard Curtis hat nur eine oberflächliche, klamaukhafte Komödie inszeniert, die weder etwas über die Bedeutung der Rockmusik aussagt noch über den gesellschaftlichen Wandel, den sie begleitete. Harmlose Unterhaltung, ohne Ecken und Kanten.

„Radio Rock Revolution“ läuft im Hamelner Maxx-Kino täglich um 15.15, 17.45 und 20.15 Uhr, heute auch um 23 Uhr.



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