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Warum Til Schweigers Actionfilm „Schutzengel“ einen Kinobesuch wert ist

Killerthriller statt Kuschelromanze

Das Wichtigste vorab: Til Schweigers neuer Film „Schutzengel“ ist zum Glück keine weitere Kuschelromanze. In dem Actionthriller spielt Schweiger den ehemaligen KSK-Soldaten Max, der für das Zeugenschutzprogramm arbeitet. Er beschützt die Vollwaise Nina (Luna Schweiger), da sie Zeugin eines Mordes war.

veröffentlicht am 27.09.2012 um 18:37 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 19:21 Uhr

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Autor:

Victoria König
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Zu Beginn des Films versetzt es den Zuschauer gleich in eine Art Schockzustand: Der junge Toni (Jacob Matschenz), Ninas Freund, wird von dem Großindustriellen Thomas Backer (Heiner Lauterbach) in einem Hotelzimmer erschossen. Dann ist auch schon Max zu Stelle. Er schießt sich und Nina, mit einem Revolver und nicht ohne erheblichen Lärm, aus jeder Gefahr. Denn Backers Männer sind Nina schon auf der Spur.

Entgegen Schweigers typischer Rolle – cooler Playboy nach außen mit weichem Kern – ist Max von Anfang an ein Einzelgänger, mit großem Empathievermögen und Sympathie für Nina. Vom Schicksal gebeutelt, entwickeln beide im Laufe des Films eine Vater-Tochter-Beziehung. Pubertäre Streitigkeiten wechseln sich ab mit ernsthaften Gesprächen über Krieg und Tod. Die gefährliche Situation schweißt Max und Nina zusammen.

Trotz der ernsten Geschichte bleiben humorvolle Szenen nicht aus: Wenn Kollege Leo (Axel Stein) dank nicht-laktosefreier Milch mit Blähungen zu kämpfen hat, ist das eher lahm. Dafür häufen sich die Lacher, als Kriegskamerad Rudi (Moritz Bleibtreu) sich beklagt, er sei zu fett für seinen Rollstuhl geworden.

In den Genuss einer heftigen Gefühlsregung kommt der Kinozuschauer, als Max um einen Freund weint. Es ist ein bewegender Moment, ohne Kitsch. Til Schweiger zeigt, dass er mehr kann, als nur die stereotype Rolle einzunehmen, in die er sonst so gerne zu schlüpfen scheint. Seine älteste Tochter Luna Schweiger zeigt ihr Talent in ihrer ersten Hauptrolle als Straßenkind Nina: mal ganz kindlich und lieb, mal rotzfrech mit Waffe in der Hand und Beleidigungen auf der Zunge.

Das Einzige, das aus den dramaturgisch stimmigen 133 Minuten Filmzeit heraussticht, sind die Baller-Sequenzen in Zeitlupe. Sie ziehen sich nämlich mitunter fast zwei Minuten lang hin. Das sind zwar keine künstlerischen Meisterwerke, doch man verzeiht sie leicht, weil sie Verschnaufpausen sind. Denn „Schutzengel“ ist komplex inszeniert und passt gleich in mehrere Schubladen: Es gibt spannende, lustige und auch einfühlsame Szenen, die sich schnell abwechseln.

Til Schweigers Ausflug ins Actionfach ist gut gelungen. Allein schon die Besetzung mit bekannten deutschen Schauspielern macht „Schutzengel“ zu einem sehenswerten Film.

„Schutzengel“ ist auch im Maxx-Kino Hameln zu sehen: täglich außer mittwochs um 17 Uhr, täglich um 20 Uhr und am Freitag, Samstag und Dienstag außerdem um 22.45 Uhr.

Einsatz in vier Wänden: Max (Til Schweiger) beschützt Nina (Luna Schweiger) vor ihren Verfolgern.

Foto: Warner Bros.



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