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Sehr schöne Quartettleistung: Braunschweiger Ensemble im Hamelner Konzert

Keine Oper, aber unterhaltsam: die kammermusikalische „Zauberflöte“

Hameln. Zum Stichwort Bearbeitungen fällt manchem Musikfreund manches ein, das ihm zwischen Fell und Fleisch sitzt oder, schlimmer noch, den Magen umdreht, wie die 1913 erschienene Bach-Invention im Satz für gemischten Chor, unterlegt mit einem Text von Wilhelm Busch. Da wurden gleich mehrere Grenzen überschritten.

veröffentlicht am 25.03.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 08:41 Uhr

Autor:

Karla Langehein
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Jedoch: So ganz ohne Grenzverletzung kommt selbst die beste und schönste Bearbeitung nicht aus. Dies gilt auch für Johann Wendts behutsame Umarbeitung von Mozarts Zauberflöten-Partitur in das kleine Format eines Flötenquartetts. Spätestens, wenn Sarastros „Heil’ge Hallen“-Arie auf die koloraturenreich kochende Rache der Königin folgt und beides in freundlich-hellem Flötenton erklingt, wird der musikalische und inhaltliche Substanzverlust deutlich. Das ist vergleichbar mit der Schwarzweiß-Version eines farbigen Ölgemäldes, in der die Konturen und Strukturen erhalten blieben. Ein Arrangement, mit dem man sich auch aus historischer Sicht unter Umständen arrangieren kann.

Dies wurde den Hamelner Konzertbesuchern vom Braunschweiger Interpretenquartett aber auch leicht gemacht! Joachim Heimbrock (Violine), Grigorij Weinstein (Viola) und Richard Groocock (Violoncello) bereiteten ihrem flötenden Kollegen Günther Westenberger die verlässliche Basis für sein bravouröses Spiel. Eine insgesamt sehr schöne Quartettleistung, die mit der exzellent musizierten Ouverture begann und bis zum Schluss immer wieder mit Beifall aufgenommen wurde.

Dass auch Mozarts Textdichter Emanuel Schikaneder alias Andreas Jäger anwesend war und mithilfe des von Günther Westenberger in (manchmal etwas zu dick aufgetragener) moderner Sprache verfassten Opernführers die Handlung erklärte, erhöhte das Vergnügen der Hörer. Als ihnen nach langem Beifall von den Künstlern die Auswahl der Zugabe freigestellt wurde, kam die Antwort prompt: „Paminas Arie“.



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