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„Das Wirtshaus im Spessart“ eröffnet Hannovers Theatersaison – Alain Croubalian schreibt dafür die Musik

Keine Angst vor Improvisation

Hannover. Am Samstag startet das Schauspiel Hannover mit Lars-Ole Walburgs Inszenierung von „Das Wirtshaus im Spessart“ in die neue Spielzeit. Auf der Bühne leitet der Musiker Alain Croubalian die Zuschauer durch das Stück. Aber wie eigentlich? Im Interview spricht er über Proben und Bühnenerlebnisse.

veröffentlicht am 04.09.2013 um 14:36 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 03:41 Uhr

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Autor:

Anne Grüneberg
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Herr Croubalian, Sie sind der Kopf der Genfer Blues- und Rock’n’Roll-Band „Dead Brothers“. Den Intendanten und Regisseur des Stücks „Wirtshaus im Spessart“, Lars-Ole Walburg, haben Sie vor einigen Jahren kennengelernt. Wie eigentlich?

Lars-Ole Walburg und ich haben vor acht Jahren in Basel zusammen an der „Dreigroschenoper“ gearbeitet. Schon damals haben wir über Wilhelm Hauff geredet. Ich war erstaunt, dass er Märchen liebt, und ich liebe sie sowieso. Letzten Sommer hat er mich eingeladen, das Stück „Wirtshaus im Spessart“ zu begleiten. Ich mache düstere Balladen, sehr theatralisch, und da hat Ole einen Zusammenhang gesehen.

Wie sieht das auf der Bühne aus?

Ich bin der Erzähler, der aus der heutigen Zeit kommt und sich anschaut, was in diesem dunklen Wald im 19. Jahrhundert passiert. In der Erzählung von Hauff kommen Reisende in eine Schenke im Wald. Weil sie Angst haben, von Räubern überfallen zu werden, halten sie sich gegenseitig wach, indem sie sich Märchen erzählen. Die Deutschen erzählen sich gerne Geschichten, die ein bisschen Angst machen. Ich, als Erzähler, komme immer wieder auf die Bühne und untermale das Schauspiel musikalisch.

Ihre Familie kommt aus Ägypten, Sie sind in Kanada und der Schweiz aufgewachsen. Jetzt arbeiten Sie an einem deutschen Theater. Wie ist das?

Das ist toll, das deutsche Theater ist für mich das beste Theater der Welt. Deshalb fühle ich mich sehr geehrt. Aber manchmal ist die Arbeit auch kompliziert. Das Stück redet von Angst. Die Deutschen mögen es nicht so gern, zu improvisieren, für sie muss nach Möglichkeit alles nach einem strikten Plan verlaufen – sonst bekommen sie eben Angst. Ich bin genau das Gegenteil, ich bin Performer, ich improvisiere immer.

Sie spielen auf der Bühne zusammen mit dem Musiker Rainer Süßmilch. Ihre Musik ist sehr eigen …

Wir spielen Instrumente, die wir gern haben: Tuba, Harmonium, Banjo. Und mit diesen traditionellen Instrumenten machen wir moderne Musik. Das Interessante ist, dass Lars-Ole Walburg mit den Mitteln von heute eine Geschichte von damals erzählt. Ich nehme die Instrumente von damals und mache eine Musik von heute. Fast alle Lieder habe ich nur für dieses Stück geschrieben.

Die Musik Ihrer Band Dead Brothers funktioniert so ähnlich …

Absolut. Ich habe diese Band vor 14 Jahren gegründet, weil ich genug hatte vom Popbusiness. Diese Popwelt war mir nicht genug. Warum muss es immer „Baby, I love you“ sein? Die Musik, die wir machen, ist viel gehaltvoller. Und die Theaterleute haben gemerkt, dass das gut zusammenpasst.



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