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Skurrile und bittersüße Weihnachtsfeier mit den „Bösen Schwestern“

Kein Erbarmen für Pastor Laube

Hameln. Ihre Bühnenprogramme heißen „Lösegeld für Batta Illitsch“, „Zuckerbabies“ oder „Abschied ist ein schweres Schaf“. In Hameln aber gehört ihr Spektakel um die skurrile Weihnachtsfeier im Herz-Maria-Jesu-Altenheim zur Adventszeit wie Freddy Frintons „Diner for one“ zum Silvesterabend. Kaum, dass Magda Anderson (Adrian Anders) auf die Bühne des wieder proppevollen Lalu schlürft, ist das Publikum bereits mit dem Humorvirus infiziert. „Ich weiß auch nicht wie das funktioniert, aber es klappt immer wieder“, sagt Anders zur Pause in der Garderobe. Sein Partner Chris Palmer, der als leicht überkandidelte ehemalige ungarische Chanson-Diva Anita Palmerova Magdas Counterpart gibt, steht derweil in Unterhosen da und reißt das große ungarische Puszta-Kostüm aus dem Koffer.

veröffentlicht am 14.12.2014 um 16:24 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 14:21 Uhr

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Autor:

Ernst August Wolf
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Wie in jedem Jahr ist die Weihnachtsfeier im Herz-Maria-Jesu-Altenheim angesagt. Doch vorher gibt es reichlich Aufregung: Bischof Engelharts Zimtsterne für die Obdachlosen in der letzten Reihe reduzieren sich auf unerklärliche Weise, schlimmer noch: Der Eierlikör geht zur Neige, und Pastor Laube muss in diesem Jahr seine Strohsterne wohl in ein vergittertes Zimmer hängen. Ein schauspielerisches Kabinettstückchen folgt dem anderen, mal mit satter Situationskomik, mal mit tiefgründiger Wortspielerei, mal mit exzellenter Gesangseinlage. Dass selbst beredtes Schweigen voll atemberaubender Spannung sein kann, zeugt von der darstellerischen Qualität des Duos.

Skurril, derb, aber vor allem mit einer bittersüßen Grundstimmung taumeln Magda und Anita durch die Turbulenzen der Vorbereitungen zur Weihnachtsfeier. „Wir wollen ganz bewusst diesen nachdenklichen Ton anschlagen und nicht bloß witzig sein“, erklärt Adrian Anders. Dabei geht das Duo geschmacklich für den einen oder anderen vielleicht bis an die Grenze, aber das Publikum amüsiert sich blendend über ein detailreich gestaltetes Programm, genießt mit einem weinenden und einem lachenden Auge die sentimentalen Erinnerungen der Ex-Diva Palmerova und lacht über die Schlagfertigkeit der Bürohilfskraft Magda. Am Ende mündet alles in ein grandios gesungenes, in kitschig-buntes Licht getauchtes Finale. Zimtsterne, Freude, Besinnlichkeit – wenn die Bösen Schwester kommen, weihnachtet es nicht nur im Herz-Maria-Jesu-Altenheim.

Die ehemalige

Chanson-Diva Anita Palmerova (li., Chris Palmer) und Bürohilfskraft Magda (Adrian Anders) liefern sich als „Böse Schwestern“ lustig-derbe Dialoge. eaw



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