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Knutschen im Ascheregen: Paul W. S. Anderson lässt „Pompeii“ in 3D auf der Leinwand untergehen

Katastrophales Spektakel

Am 24. August 79 verschüttete die Asche des ausbrechenden Vesuv die antike Stadt Pompeji fast vollständig. Ausgrabungen förderten die gut erhaltenen städtebaulichen Anlagen mit all ihren verschiedenen Planungsphasen zutage. Bilder von versteinerten Leichen, die sogar in inniger Umarmung erstarrten, machen deutlich, wie sehr die Bewohner von der Katastrophe überrascht wurden. Was für ein Film hätte das werden können über den Alltag im antiken Pompeji und seine Zerstörung – eine Mischung aus antikem Epos und Katastrophenfilm. Doch Regisseur Paul W. S. Anderson inszenierte stattdessen ein seelenloses, effektives und computergestütztes Spektakel mit schematisch entwickelten Konflikten und zahlreichen Schwertkämpfen.

veröffentlicht am 26.02.2014 um 16:22 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 19:21 Uhr

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Autor:

Michael Ranze
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Im Mittelpunkt: Sklave Milo (Kit Harrington), dessen Eltern im Prolog des Films im fernen Britannien von den Römern unter Führung von Corvus (Kiefer Sutherland) getötet werden. Nun muss der Jüngling mit dem beeindruckenden Sixpack und den schweißglänzenden Muskeln im Amphitheater gegen andere Sklaven das Schwert schwingen. Zwischendurch wirft er ein Auge auf die schöne Cassia (Emily Browning), die allerdings bereits Corvus versprochen ist.

Endlich bricht der Vesuv aus, erst ein bisschen, dann ein bisschen mehr. Denn zwischendurch gilt es immer noch so manche Klinge zu kreuzen, als hätten die Kontrahenten angesichts der brennenden Lava keine anderen Sorgen, von der Rettung der Geliebten ganz abgesehen. Die Asche scheint in 3D in den Kinosaal zu regnen, doch realistisch sieht dieser Vulkanausbruch trotz des 100-Millionen-Dollar-Budgets nicht aus. Da sind Filme wie „Dante’s Peak“ und „Volcano“ glaubwürdiger.

Noch schwerer wiegt allerdings, dass den Drehbuchautoren keine halbwegs interessanten Dialoge eingefallen sind. Besonders bei den Streitereien unter den Sklaven (die ja eigentlich zusammenhalten müssten) scheint man sich mitunter auf dem Schulhof zu befinden, so platt und banal kommen die Wortgefechte daher. Wie es damals wirklich in Pompeji zuging, wer die Menschen waren, wie sie lebten und liebten, wofür sie unter der Knute des Römischen Reiches kämpften – das interessiert den Regisseur nicht.

„Pompeii 3D“ läuft im Hamelner Maxx-Kino täglich um 16.45 und 20.55 Uhr, Fr. und Sa. auch um 23 Uhr.



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