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Ein Grund zur Freude

Kantatengottesdienst mit Händels „Messias“

HAMELN. Und immer wieder dieser so einzigartige Jubelchor – dieses „Halleluja“, das so überirdisch den Sieg des Christentums verkündet. Den Sieg über den Tod. Diese Fanfarenmotive in den Singstimmen, den Pauken und Trompeten. König Georg II. von England war dabei spontan aufgesprungen – und seitdem wird das „Halleluja“ dort traditionell im Stehen gehört.

veröffentlicht am 03.04.2018 um 08:46 Uhr

Stimmgewaltig und beeindruckend: der Kantatengottesdienst mit Händels „Messias“ in Hamelns Marktkirche. Foto: wfx
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Autor

Richard Peter Reporter
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„Preiset Jahwe“ heißt der Jubelsturm, der zum Freudenruf zur Verkündigung des Evangeliums wurde und in Georg Friedrich Händels „Messiah“ einzigartiger Höhepunkt dieses „Grand Musical Entertainments“, wie es vom Librettisten Charles Jennens genannt wurde. Und anders als im traditionellen Oratorium hier eine höchst individuelle Ausprägung findet.

Schon beim weihnachtlichen Kantatengottesdienst in der Marktkirche als erster Teil des so populär gewordenen Werks – das mangels einer adäquaten deutschen Übersetzung im englischen Orignal gesungen wird – hat Stefan Vanselow anstelle von „Es weidet seine Schafe“ das so prestigeträchtige „Halleluja“ vorgezogen und auch das „Amen“ als finalem Himmelsglanz, das sich aus Basstiefen über Tenor und Alt in lichte Sopranhöhen schraubt. Diesmal zum ebenso traditionellen Kantatengottesdienst am Ostermontag, in der wie immer übervollen Marktkirche, stand das „Halleluja“ als Finale des zweiten Teils am angestammten Platz. Dafür hat Vanselow nicht auf die Sinfony verzichtet, die so eindrücklich das Gewure in Bethlehem malt, in dem Joseph und Maria keine Herberge finden.

Auf den beeindruckenden Eröffnungschor „Seht an das Gotteslamm“ und der Alt-Arie, die sich in qualvollen Schmerz steigert, folgt eine Chor-Trilogie, in der Jesus die Sünden der Welt auf sich nimmt. „Und durch seine Wunden sind wir erlöst.“ Ein Erlebnis, das von Streichern eingeleitete „Alle, die ihn sehen, verspotteten ihn“ als Tenor-Part. Qualvolle Passionsdarstellung durch Rezitativ und Arie. Nicht ganz so glücklich und durch die Dramaturgie des Gottesdienstes abgekoppelt, das jubelnde „Erhebt Eure Häupter“.

Drei Meditationen – und Jesus von Jürgen Harms als Sündenbock beschrieben, der zum Opferlamm wurde – und die Schuld der Menschen tilgt. Pastor Christof Vetter beschwört das Entsetzen am aufgebrochenen, jetzt leeren Grab. Und dagegengesetzt das „Entsetzt euch nicht“ des Jünglings im weißen Gewand. Pastorin Silvia Mustert fordert das „Aufstehen aus unserer Angst“.

Michelle Neupert sang die anspruchsvollen Alt-Partien mit sonoren Tiefen und großer Ruhe. Georg Drake überraschte in seinen Tenor-Partien durch eindrucksvolle Färbungen des Sprachgestus‘ – ohne aufdringlich zu werden. Herzstück neben dem Ensemble Schirokko auf historischen Instrumenten, die Kantorei unter Stefan Vanselow, bei dem man spürt, wie sehr er mit seinem Chor zusammengewachsen ist. Auch diesmal, wie schon so oft in der Marktkirche: tosender Applaus.

Der dritte Teil – und von Harms versprochen: wieder mit dem „Halleluja“ – zum Kantatengottesdienst am zweiten Weihnachtstag.



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