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„Kaffee und Karin“ – und alkoholfreies Bier mit Element of Crime

Von Julia Marre

Hannover. Es gibt Momente, in denen läuft Sven Regener so musikbeduselt über die Bühne wie der Butler in „Dinner for one“: Beinahe schon fürchtet man sich vor dem Tigerfell. Es gibt Momente, in denen der Element-of-Crime- Sänger singt, dass das alkoholfreie Bier in seiner Hand Teil einer Demonstration ist. Und man fragt sich, wogegen er demonstrieren mag, denn seine Finger halten eine Trompete. Dann gibt es noch Momente, in denen die Band ein heiß ersehntes Lieblingsstück aus ihrem Repertoire spielt; aber die sind selten.

veröffentlicht am 05.02.2010 um 12:31 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 08:41 Uhr

element of crime
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Das Konzert am Donnerstag im ausverkauften Capitol ist mehr Beruhigungstablette als Aufputschmittel. Mehr mit-Puschen-auf-dem-Sofa-Kuscheln als Biertrinken zum Deutschrock-Blues. Das mag daran liegen, dass viele Songs der melancholischen Platte „Immer da wo du bist bin ich nie“ den Abend bestimmen. Oder daran, dass weder die „Straßenbahn des Todes“ fährt, noch der „Mittelpunkt der Welt“ an diesem Abend in Hannover liegt. Ein schlechtes Konzert ist es deswegen nicht. Aber eines mit extravagantem Programm. Wenn drei englischsprachige Stücke um „Storms are on the ocean“ gestrickt werden, wirkt das befremdend. Wenn es „Vier Stunden vor Elbe 1“ oder „Weißes Papier“ auf die Setlist geschafft haben, aber von der 2005er Platte nur „Delmenhorst“, scheint die Auswahl neben Neuheiten mehr auf Rare Tracks als auf Selbstläufer zu setzen. Schade.
 Am Ende, nach gut zwei Stunden und vier (!) Zugabenblöcken, bleibt der Eindruck eines schwermütigen Konzerts. Top-Texter Regener plaudert nur wenig an diesem Abend – wenn man von „Romantik!“- und „Vielen Dank“- Rufen einmal absieht. Schließlich aber erzählt er, dass es die Band ja noch nicht so lange gebe (seit 1985…). Dass alle Songs bereits gespielt – und für die letzte Zugabe nichts übrig sei. Aber eine neue Single sei sehr geeignet. So zieht „Der weiße Hai“ seine Kreise und manch Konzertbesucher ein nicht allzu begeistertes Gesicht. Wie war das noch mit den Puschen, der Kuscheldecke und dem Sofa…?

 



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