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Jeder sechste Deutsche geht ins klassische Konzert - nur die Überalterung des Publikums bereitet Sorgen

Es sind nur die großen Rock- und Popstars, die Arenen und Veranstalterkassen füllen?! Von wegen! Wie eine neue Studie belegt, wird immer mehr Umsatz in Deutschland mittlerweile mit klassischen Konzerten gemacht. Auch wenn dort vor allem die "Generation Silber" im Zuschauerraum sitzt. Wie sieht das in Hameln aus? Julia Marre ist dieser Frage nachgegangen.

veröffentlicht am 09.08.2012 um 16:09 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 01:21 Uhr

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Klassische Konzerte erreichen mehr Menschen in Deutschland als Pop- oder Rockkonzerte. Während 15,5 Prozent aller Deutschen im vergangenen Jahr ein klassisches Konzert, eine Oper oder Operette besuchten, hätten lediglich 14,1 Prozent eine Eintrittskarte für ein Rock- oder Popkonzert erworben. Das ist das Ergebnis des Marktforschungsinstituts GfK aus Nürnberg, das nun in einer Studie für den Bundesverband der Veranstaltungswirtschaft (BDV) und ein Branchenmagazin die Rolle von Klassikkonzerten auf dem Live-Musikmarkt untersucht hat.

Das größte Problem der Veranstalter klassischer Konzerte – die Überalterung des Publikums – ist nach wie vor ungelöst. Naturgemäß nimmt sie sogar von Jahr zu Jahr zu. 73 Prozent des Publikums eines Klassikkonzertes waren 2011 60 Jahre oder älter, bei Oper und Operette waren es sogar 67 Prozent. Nur noch zwei Prozent der 20- bis 29-Jährigen finden den Weg in diese Veranstaltungen. „Im Klassiksegment dominiert nach wie vor die Generation Silber“, formuliert die Studie.
 Diese Beobachtung kann Katja Dittmann, Dramaturgin am Theater Hameln, bestätigen. Gerade die Operette verzeichne „eindeutig ein altes Publikum“. Jünger als 50 Jahre sei kaum ein Zuschauer im Saal. „Bei der Oper ist es unterschiedlich, kommt aber auch auf die Popularität der Musik an“, sagt sie. Und im klassischen Konzert? „Auch das sehen sich vorwiegend die älteren Besucher an“, so Dittmann.

Und wie sieht es bei den Konzerten der Hamelner Kantorei an der Marktkirche aus? „Die Besucherzahlen in den vergangenen Konzerten sind gut, wir sind hochzufrieden“, sagt Inge Müller, ehrenamtliche Mitarbeiterin der Kantorei. Viele Veranstaltungen seien „fast ausverkauft“ gewesen. Während bei den zweimal jährlich stattfindenden Oratorienkonzerten in der Marktkirche „überwiegend das ältere Publikum“ anzutreffen sei, säßen „manchmal auch Kinder“ im Zuschauerraum. Anders gestalte es sich bei den Konzerten des Festivals „Musikwochen Weserbergland“, weiß Inge Müller. Dort sei das Publikum „nicht nur silber, sondern gemischt“, sagt sie.

 

Welche Strategien die heimischen Veranstalter verfolgen, um ihr Publikum zu verjüngen, und welche Chancen die Beliebheit klassischer Konzerte bietet, lesen Sie auf der Kulturseite unserer Freitagsausgabe.



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