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Erfolgreich und ausverkauft: Mezzoforte fordern im Jazz Club Minden zum Tanz auf

Jazz-Fans reisen sogar aus Spanien an

Minden. Die beiden Spanier, die am Samstagabend besonders begrüßt werden, müssen riesengroße Fans sein. Sind sie doch für das Konzert von Mezzoforte – und ein bisschen Sightseeing, das sie auch nach Hameln führt – extra aus Barcelona eingeflogen. Die Isländer wiederum kommen zu dem einzigen Auftritt in Deutschland direkt aus Reykjavik, um die Tour freilich in anderen Ecken Europas fortzusetzen. Im lange ausverkauften Mindener Jazz Club werden sie wie alte Freunde empfangen. Eythor Gunnarsson blickt auf die Gründungszeit der Gruppe zurück, scheint selbst überrascht zu sein, dass im nächsten Jahr das 40-jährige Bestehen gefeiert wird.

veröffentlicht am 19.04.2016 um 16:56 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 10:26 Uhr

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Autor:

Martin Jedicke
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Schlagartig berühmt geworden sind Mezzoforte 1983 mit ihrem einzigen Hit „Garden Party“, der das zweite Set beschließt. Wie immer eingeleitet durch „Surprise Surprise“, eines dieser Instrumentalstücke, die gern als Erkennungsmelodie für Radio- und TV-Sendungen verwendet werden. Den Übergang zögert Jonas Wall geschickt heraus, deutet am Saxofon das Leitmotiv mehrfach nur kurz an, bis der bezwingende Funk-Pop hervorbricht. Nur wenige Zuhörer bleiben da noch an den Tischchen sitzen, die meisten tanzen und klatschen enthusiastisch mit. Während die Band vor der Pause ihrem Namen gerecht wird und einige Songs eher mezzoforte spielt, entführt sie im zweiten Teil des fast zweieinhalbstündigen Konzerts von der entspannten Cocktail-Lounge in die lebendige Dance-Bar. Mag manches im Repertoire durchaus als Easy-Listening einzuordnen sein, so spielen Mezzoforte immer mehr als bloße Fahrstuhlmusik.

Am besten sind sie, wenn sie ihren Trademark-Sound kreieren, der ein wenig an Shakatak und Level 42 erinnert – allerdings ohne Gesang. Die jazzige Ausrichtung offenbart sich in den Soli, die nie die Songstrukturen überstrapazieren. Der Kölner Bruno Müller, der Gründungsmitglied Fridrik Karlsson immer dann ersetzt, wenn dieser sich eine Auszeit gönnt, zeigt an der Gitarre, dass er zwischen funkigem Slapping und rockigem Wah-Wah so ziemlich alles kann. Gulli Briem am Schlagzeug und Johann Asmundsson am Bass, die beiden anderen Urmitglieder, unterstützen den Beat.

Für das Latin-Stück „High Life“ wünscht man sich – wie früher durchaus geschehen – Percussion und Trompete dazu. Die Bläsersätze ergänzt Gunnarsson an den Keyboards, die mitunter wie eine Hammond-Orgel klingen. Am Ende ein Medley mit 1980er-Songs, darunter das groovende „Midnight Sun“. Eine sichtlich ungeplante Zugabe erklatschen sich die 300 Gäste noch, ehe auch die beiden Spanier nach ein paar Erinnerungsfotos den Club verlassen. Das Konzert war sicherlich ein Highlight ihrer Deutschland-Reise.



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