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Absage der „Dreigroschenoper“ wegen Erkrankung der Hauptdarstellerin

„Ja, mach‘ nur einen Plan...“

Hameln. Manchmal werden Albträume wahr. Theaterintendantin Dorothee Starke war wahrlich nicht zu beneiden. Ein fast ausverkauftes Haus, erwartungsvolle Zuschauer, doch wenige Stunden bevor sich der Vorhang heben sollte, erkrankte die Hauptdarstellerin.

veröffentlicht am 10.03.2013 um 14:19 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 00:21 Uhr

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Autor:

Ernst August Wolf
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„Ich bin mit ihr noch ins Krankenhaus gefahren. Da hieß es erst, sie könne zwar nicht singen, nur sprechen, dann sollte ihr Part von jemand anderem gesungen werden, jetzt aber geht gar nichts mehr“, so Starke wenige Minuten vor Vorstellungsbeginn um 20 Uhr. Krisengespräch mit Tourleiter Felix Sommer vom Westfälischen Landestheater Castrop-Rauxel. Dann die bittere Entscheidung: Um die Stimme der erkrankten Sophie Schmidt nicht zu gefährden, wird die Aufführung abgesagt. Die Intendantin erklärt: „Wir werden eine Neuansetzung des Stückes anbieten.“

Um Punkt 20 Uhr Absage der Veranstaltung. Man werde eine rund 40-minütige Kurzfassung anbieten, zumindest die wichtigsten Songs zu Gehör bringen. Keine Pfiffe, nur ein Raunen und freundlicher Applaus des verständigen Publikums. Niemand geht.

Was folgt, ist eine revueartige Zusammenfassung der Ohrwürmer aus Brechts „Dreigroschenoper“. Das Bühnenbild ist eilig umgestaltet worden, die sonst verdeckte Band nun sichtbar. Deren musikalische Leiter Tankred Schleinschock tritt an die Rampe und moderiert durchaus humorvoll die einzelnen Songs an. So erklingt die Musik im typischen Kurt Weill Stil, präsentiert von den Sängern, die ihr Bestes geben. Sicherlich hakt es hier und da, aber der Abend gewinnt dadurch nur an Charme. „Schönes Appetithäppchen für eine Neuauflage“, meint jemand. Und als die bedauernswerte Sophie Schmidt als Polly singen soll, gelingt sogar ein geschicktes Playback, bei dem sie so tut als ob, und Tankred Schleinschock vom Klavier aus ihren Part singt. Mitfühlender und anerkennender Applaus.

Nach 40 Minuten endet der Theaterabend vor der Zeit. Eine Notlösung, sicher. Aber die Theaterleute haben gezeigt, dass sie zu improvisieren wissen. Das bisschen Grippe wirft sie nicht aus der Bahn. Und Bert Brecht schien sowieso alles geahnt zu haben, denn der reimte einst: „Ja mach nur einen Plan …“



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