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Florian Schroeder gastiert in der Reihe „Männerabende“ erstmals in der Sumpfblume

Interaktives Kabarett mit genialen Parodien

Hameln. Die Rattenfängerstadt hat es ihm angetan: „toller Bahnhof, tolle Häuser!“ Dazu gab es früher in Hameln zwei Discos, die genau die gleichen Namen hatten wie die Tanzlokale in seiner Heimatstadt Lörrach: „Fun“ und „Lollipop“. Da kann ja eigentlich nichts mehr schief gehen – allerdings: „Hameln ist zu schön, das ist tödlich für einen Kabarettisten!“

veröffentlicht am 04.03.2012 um 17:27 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 14:41 Uhr

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Autor:

Cord Wilhelm Kiel
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Natürlich ging am Freitag nichts schief: Florian Schroeder hatte in der Sumpfblume zweieinhalb Stunden lang die Lacher auf seiner Seite. Er verstand es, mit einer Mischung aus politischem Kabarett, Parodien, interaktiven Zuschauerspielen, nachdenklichen Kommentaren oder Zeitgeist-Trends zu punkten.

Schroeder ist der wohl vielseitigste Vertreter der jungen Kabarett-Gilde. Der 32-Jährige hatte schon 14-jährig seinen ersten TV-Auftritt in Harald Schmidts „Schmidteinander“, wo er Prominente parodierte. Dies ist heute noch seine große Stärke, vor allem seine Merkel-Parodie ist göttlich. Mit heruntergezogenem Mundwinkel und quäkender Stimme wird das politische Geschehen „vermerkelt“. Ein wiederkehrendes „Nanunanu“ symbolisiert die wenig ausgeprägte Entschlussfreudigkeit der Kanzlerin. Nicht weniger genial zieht er Gottschalk und Steinmeier, Jauch und Markus Lanz durch den Kakao.

Schroeders Programm „Offen für alles und nicht ganz dicht“ ist tagespolitisch hochaktuell, so wird die Bundespräsidenten-Posse genüsslich kommentiert. Oder besser: Die Posse der Parteipolitiker um die bevorstehende Präsidentenwahl – „Gauck soll sich erst mal waschen und seine Familienverhältnisse klären!“ Das Hauptthema ist aber ein anderes: Was ist jung, was alt? Zu unsäglichen Trends gehören zumindest nach Meinung Schroeders lahme Drinks („Aperol spritz“), seelenlose Kaffeebars á la Starbucks und „Lounges“, Therapien zur Selbstfindung sowie BWL-Studenten. Oder aber die „Apple-Manie“: Der Saal tobt, als er fragt: „Was ist das denn bloß für eine Zeit, in der man sich trifft, um Telefone und Apps zu vergleichen?“

Florian Schroeder hat mit dem Start der Kabarett-Reihe grandios vorgelegt, seine Show ist ungewöhnlich und modern.



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