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Heute zu Gast: Staatsorchester Braunschweig

In diesem Konzert wird Stille hörbar

Hameln. Nach dem großen Debakel mit seinem „ballet mécanique“ sei er nicht mehr ohne Revolver aufgetreten. Das erzählt Musikexpertin Karla Langehein in ihrer Einführung in das Werk des amerikanischen Komponisten George Antheil. Dessen „Neue Musik“ sorgte in den zwanziger Jahren für Furore, brachte Antheil in seinen tonalen Konstrukten doch gleich acht Klaviere und zwei Flugzeugpropeller zum Einsatz.

veröffentlicht am 01.02.2010 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 09:21 Uhr

Autor:

Ernst August Wolf
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Beim heutigen Konzert des Braunschweiger Staatsorchesters allerdings wird es gemäßigter zugehen, steht doch mit Antheils sechster Sinfonie ein Werk auf dem Programm, in dem der spätere Komponist zahlreicher Hollywood-Filmmusiken das berühmte Delacroix-Gemälde „Die Freiheit führt das Volk“ in Töne zu fassen suchte.

Anhand einiger Hörbeispiele verdeutlichte Langehein musikalische Techniken, mit denen Komponisten wie Richard Strauß oder Arthur Honegger erstarrte Bildmotive in musikalische Bewegung umsetzten. „Das Bild steht, läuft nicht weg, ist ohne Handlung, Musik aber ist fortwährende Bewegung“, sagte Langehein.

Der Zusammenhang von „Musik und Bild“ ist Hauptthema des Konzerts der Reihe „Dewezet Classics“ im Theater Hameln. In der als „Gesprächskonzert“ konzipierten Veranstaltung führt Orchesterdirektor Martin Weller durch Werke von J. S. Bach, Sergej Rachmaninow, Renaissancetänze von Tilman Susatos, der Sechsten des „Bad Boy of Music“ George Antheil und außergewöhnliche Klangerlebnisse von John Cage.

Letzterer machte, angeregt durch die bildnerischen Arbeiten Robert Rauschenbergs, in seinem Werk „4’33’’“ sogar Stille hörbar. Ließ der US-Künstler Rauschenberg in seinen „Black Paintings“ Bilder in Bildern verschwinden, so setzte Komponist Cage diesen Vorgang in Musik um. Karla Langeheins Fazit: „Ich verspreche Ihnen, danach werden Sie anders hören.“

Ausführlich widmete sie sich Arnold Böcklins Meisterbild „Die Toteninsel“ und dessen musikalischer Interpretation Sergej Rachmaninows. Langehein skizzierte, wie der Komponist einen unterschwelligen Rhythmus generiert. Wie er Wellen- und Ruderbewegungen anklingen lässt, um in einer unendlich scheinenden Zartheit der Klänge zu versinken. „Kein Werk für eine CD. Das muss man live vom Orchester hören“, empfahl die Kennerin.

Das Konzert der Reihe „Dewezet Classics“ mit dem Staatsorchester Braunschweig findet heute um 20 Uhr im Theater Hameln statt.



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