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Wolkenbrüche und stimmungsvolle Reise mit Los Paperboys und Roots-Musik

In der Sumpfblume: Quer durch den amerikanischen Kontinent

Hameln. Vancouver, Gründungsort der kanadischen Paperboys, ist wie der amerikanische Kontinent insgesamt von Einwanderern geprägt. Vielfältig sind deshalb auch die musikalischen Einflüsse, die die Immigranten in die neue Heimat mitbrachten. Und wenn man dann so ein wacher Bursche wie Tom Landa ist, der immerhin Hardrockbands wie Rush und AC/DC zu seinen Lieblingsgruppen zählt, und ohne Scheuklappen durch die (musikalische) Landschaft reist, begegnet man unweigerlich Country, Bluegrass, Irish Folk, Rock und Zydeco.

veröffentlicht am 09.10.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 18:41 Uhr

Autor:

Martin Jedicke
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1991 ruft Landa seine Band ins Leben, nennt sie The Paperboys, mitunter aber auch Los Paperboys. Schließlich ist der Mann in Mexico geboren. Und da dürfen lateinamerikanische Klänge ebenfalls nicht fehlen. Wer nun Orientierungslosigkeit vermutet, liegt falsch.

Durch zahlreiche Zugaben erweitert

Die nicht einmal 100 Gäste der Sumpfblume erleben am Donnerstagabend in einem durch zahlreiche Zugaben erweiterten Konzert, dass die fünf Kanadier diese Mixtur wunderbar hinbekommen. Die Gewichte verschieben sich immer wieder: in „Dilapidated Beauty“ zum Folkrock, beim Minihit „Fall Down With You“ zum Pop, „Rain On Me“, passend zu dem Regensturm der zurückliegenden Nacht, erhält – tatsächlich – karibisches Flair durch Sam Esecsons Percussion.

Dazwischen liegen irische Jigs, geprägt durch Kalissa Hernandez Geige und Geoffrey Kellys Flöte, oder von Brad Gillards Banjospiel geprägter Bluegrass. Copacabana-Strand und Belfast-Pub, bei den Paperboys geht das zusammen. Und selbst ausgelutschte Partysongs wie „Rivers Of Babylon“ oder „Take Me Home Country Road“ werden charmant in ein Reggae-Medley überführt.

Dass Songschreiber, Sänger und Gitarrist Tom Landa und seine Mitstreiter ihr Handwerk verstehen, ist offensichtlich auch Günter Pauler nicht verborgen geblieben, durften die Paperboys doch kürzlich unter High-End-Bedingungen in den Stockfisch-Studios aufnehmen. Natürlich für CD und Vinyl. Schön, dass auch die Sumpfblume den Sounderwartungen gerecht werden kann und ein transparentes Klangbild schafft.

Nachhaltig beeindruckt

Die Paperboys überzeugen vor allem mit eigenen Kompositionen, wissen aber auch Covern von Van Morrison (“Into The Mystic“), Dylan (“All Along The Watchtower“) und Sting (“Fragile“) ihren bandeigenen Stempel aufzudrücken. Ob die sintflutartigen Regenfälle, die Kelly nachhaltig beeindruckten, die Songauswahl bestimmten? „On and on the rain will fall …“

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