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Die festlichen Weihnachtskonzerte des Polizeichores Hameln bieten dem Publikum im Theater klangliche Wunder

Immer wieder ein Glanzpunkt in der Adventszeit

Hameln. Es gibt Traditionen, die man nicht missen möchte. Dazu gehören die festlichen Weihnachtskonzerte des Polizeichores Hameln. Nun füllten sie bereits zum 24. Male das Theater zweimal bis fast auf den letzten Platz. Man freut sich auf diese Glanzpunkte zur Adventszeit. Und im Publikum findet sich stets Prominenz.

veröffentlicht am 28.11.2010 um 16:24 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 08:41 Uhr

Präsentierte sich in stattlicher Stärke und schon weihnachtlich: der Polizeichor Hameln. Foto: geb

Autor:

Ernst-Wilhelm Holländer
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Vieles vom Ablauf dieser Veranstaltungen kennt und erwartet man gern, doch gibt es diesmal eine bedeutende Nachricht: Dem Polizeichor Hameln gelang es, zahlreiche neue Mitglieder zu gewinnen. So konnte man sich in stattlicher Stärke präsentieren.

Zuvor gab es die herzlichen Begrüßungsworte des Vorsitzenden Thomas Schrell, der auch die Moderation übernahm. Die Qualitäten des Chores haben wir oft beschrieben: klangliche Vielfalt, gute Textbehandlung, dynamische Spannweite vom Piano, so auch als Summchor, bis hin zum strahlenden Glanz in der natürlich gekürzten „Ode an die Freude“ aus Beethovens 9. Sinfonie oder im mitreißenden „O Fortuna“ aus „Carmina Burana“ von Orff.

Zu Gast war wieder die Neue Philharmonie Hamburg, nun größer besetzt. Dieses Ensemble ließ vielfach aufhorchen: Es gab instrumentale Delikatessen. Erwähnt werden sollten der versierte Schlagzeuger und die markanten Blechbläser.

All diese klanglichen Wunder verdankt man dem musikalischen Leiter Andranik Simonyan, den wir gern als Tausendsassa bezeichnen: Welche Kunst steckt in seinen Arrangements, wie viel Noten muss er geschrieben haben. Er dirigiert, feuert an, ist auch hervorragender Pianist. Da war etwa dieser Schluss der selten zu hörenden „Chorfantasie“ von Beethoven: Simonyan spielte die heiklen Klaviersoli, sprang auf, um Chor und Orchester die Einsätze zu geben, saß wieder vor den Tasten. Das war eine auch optisch erfreuliche, fast sportliche Leistung, die Bravo-Rufe verdiente!

Zu Gast war der Polizeichor Kassel unter seinem Leiter Kurt Hellwig. Stücke wie das „Tebe Poem“ von Bortnianski oder der Gefangenenchor aus Verdis „Nabucco“ verlangen sicherste Intonation. Auch die weihnachtlichen Klänge hatten es in sich.

Für stimmlichen Glanz sorgte erneut die Sopranistin Vardeni Davidyan. Ihre Stimme hat sich noch mehr gerundet und brilliert in dem Walzer der Musette aus Puccinis „La Bohéme“ oder der Juwelen-Arie aus Gounods „Faust“, begeistert im wunderschönen „Panis angelicus“ von César Franck, vom Polizeichor Hameln in voller Klangschönheit assistiert. Das war etwas zum Wohlfühlen und Genießen.

Der Chor aber setzte besondere Akzente mit Ausschnitten aus Musical und Filmen: Vor allem das vollendet gesungene „Hallelujah“ von Leonard Cohen wurde für mich zu einem Höhepunkt! Das hätte auch ein professioneller Chor nicht besser gestaltet. Es war eine Gesamtleitung von Chor, Orchester und dem geradezu genialen Andranik Simonyan als Leiter wie als Arrangeur.

Am Schluss, erwartet und erfüllt, Weihnachtliches. Da durfte auch das Publikum mitmachen, erst zaghaft, dann mit chorischer Kraft. Und man hätte ihn nicht missen mögen, den „Rausschmeißer“: Wer hätte nicht gern „eine Muh, eine Mäh, eine Täterätätä“? Danach im Publikum wahre Ovationen, auf dem Podium aber viele Umarmungen unter den Mitwirkenden und freundschaftliche Küsse.



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