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Regisseur Andrew Stanton liefert mit dem Actiongewitter „John Carter – Zwischen zwei Welten“ unentschlossene Science-Fiction

Im Niemandsland zwischen „Krieg der Sterne“ und „Flash Gordon“

Die Geschichte von „John Carter“ hat fast 100 Jahre auf dem Buckel und wurde von niemand Geringerem als Edgar Rice Burroughs, dem „Tarzan“-Erfinder, aufgeschrieben. „Die Prinzessin vom Mars“, das erste von 15 Abenteuern, heißt der zugrunde liegende Klassiker – womit der Handlungsort bereits vorgegeben ist. Captain John Carter (Taylor Kitsch) findet sich nämlich ausgerechnet auf dem Roten Planeten wieder, nachdem er die Bürgerkriegsstiefel an den Nagel gehängt und bei der anschließenden Schatzsuche ein leuchtendes Medaillon einen Tick zu lange festgehalten hat. Die Marsmännchen, auch Tharks genannt, entpuppen sich als grüne, zwei Meter lange Schlakse mit vier Armen, die John seiner übermenschlichen Sprungkünste wegen erst einmal „verhaften“. Plötzlich findet sich der Springinsfeld in einem anderen Bürgerkrieg wieder, nämlich zwischen den Städten Helium und Zodanga. Und weil die schöne Prinzessin Dejah Thoros (Lynn Collins) so wenig anhat, ist sein Verstand zunächst mal zum Teufel.

veröffentlicht am 08.03.2012 um 16:57 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 14:21 Uhr

Autor:

Michael Ranze
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Edgar Rice Burroughs als Space-Opera-Erfinder, auf den fast jeder Mythos der Science-Fiction – von „Supermann“ über „Krieg der Sterne“ bis „Flash Gordon“ – zurückgeht? Das ist eine aufregende Erkenntnis, doch das Ergebnis auf der Kinoleinwand ist ein einziges Durcheinander. Regisseur Andrew Stanton, sonst für unterhaltsame Animationsfilme wie „Findet Nemo“ oder „Wall-E“ zuständig, gelingt es nicht, die heterogenen Elemente seiner Story halbwegs sinnstiftend zusammenzuführen. Western und Science-Fiction, Wüstenepos und Sandalenfilm, Zaubertrank und Sprachverwirrung, Sex, Tod und Unsterblichkeit – Stanton pickt sich von allem ein bisschen heraus und wirft es wild durcheinander, anstatt sich für eine Erzählhaltung zu entscheiden. Nicht hilfreich ist auch die nachträgliche 3-D-Konvertierung, bei der die Proportionen durcheinander und die Bilder seltsam blass geraten.

„John Carter – Zwischen zwei Welten“ läuft im Maxx-Kino Hameln täglich um 14.20, 17.10 und 20 Uhr, heute und morgen auch um 22.45 Uhr in 3-D.

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