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Musiker Phillip Boa zwischen Pop und Avantgarde

„Ich war immer so mittelerfolgreich“

Hameln. Er geht seinen eigenen Weg. Und das schon seit mehr als 25 Jahren. Denn so lange setzt der deutsche Musiker und Sänger Phillip Boa bereits auf seine künstlerische Unabhängigkeit. Am Freitag präsentiert Boa ab 20.30 Uhr in der Sumpfblume ein Best-Of-Set aus 17 Studioalben.

veröffentlicht am 18.10.2010 um 16:56 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 12:21 Uhr

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Autor:

André de Vos
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Herr Boa, was ist für Sie wichtiger: Freiheit in der künstlerischen Gestaltung oder ein höheres Einkommen?

Auf jeden Fall die künstlerische Freiheit! Ich hätte immer sehr viel mehr Geld verdient, wenn ich der Werbung eine Chance gegeben hätte. Eines meiner Lieder heißt „Kill Your Ideals“. Es sollte für eine Bierwerbung benutzt werden. Dafür hätte ich sehr, sehr viel Geld bekommen. Aber wenn ich mich auf den Deal eingelassen hätte, könnte ich morgens nicht mehr in den Spiegel schauen.

Als Künstler wirken Sie auch deswegen ein bisschen sperrig…

Ja, ich bin nicht der einfachste Künstler, weil ich fast jedes Marketing-Instrument verweigere. Wenn die mir „Wetten dass?“ anbieten würden, würde ich „Nein“ sagen. Obwohl eine Plattenfirma durch so einen Auftritt 100 000 CDs mehr verkaufen könnte. Ich habe viele dieser Shows abgelehnt. In dem Umfeld möchte ich nicht gesehen werden.

Sind Sie desillusioniert von der Entwicklung der Musikindustrie?

Ich sage einfach, was ich will. Ich fühle nicht den kommerziellen Druck, hoch in den Charts sein zu müssen. Den habe ich früher gespürt. Trotzdem haben wir es in den frühen Neunzigern, Ende der Achtziger nicht geschafft. Die höchste Single war Platz 45 oder so, ein Album mal auf Platz 15.

Von den Plattenverkäufen kann heute kaum ein Künstler mehr leben. Wie sieht Ihr Leben aus: Studio, Tournee und Pause?

Ja, ich kann mich nicht beklagen. Ich bin immer so mittel-erfolgreich gewesen. Ein paar meiner Songs sind Klassiker. Die werden immer irgendwo im Hintergrund benutzt, im Fernsehen, im Kino oder Radio. Live funktioniert es komischerweise immer noch gut. Von Platten bleibt nicht so viel übrig. Aber ich will nicht nur von mir reden. Ich bin ein etablierter Künstler. Den Musikern, die jetzt anfangen, machen es der Staat und diese kulturelle Situation fast unmöglich.

„Ja, wo ist das Stöckchen…?“ Philipp Boa ist seit Jahren als Sänger und Musiker erfolgreich – und manchmal knabbert er auch gern auf einem Zweiglein herum. Mit seinem Künstlerdasein aber ist er zufrieden.



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