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Im Deitlevser Tal stemmt Hans Witte im August ein Land-Art-Projekt zum 20-jährigen Bestehen der Edition Einstein

„Ich kann natürlich nicht mit einem Q anfangen“

Deitlevsen. Auf dem Flur stehen offene Farbeimer, liegen Pinsel auf Zeitungspapier, lehnen abgeschnittene Schenkel vom W und M am Treppengeländer. Was all das zu bedeuten hat? Die Edition Einstein, die Deitlevser Galerie für Buchdruckkunst, feiert in diesem Sommer ihr 20-jähriges Bestehen. Deshalb hat Hans Witte ein Land-Art-Projekt namens „Landschaft mit ABC“ initiiert: 30 Lettern in 2,30 Metern Höhe wird er im August im Tal zwischen Deitlevser und Welsede aufstellen – ein Hauch Hollywood ziert dann für kurze Zeit das Weserbergland.

veröffentlicht am 10.07.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 00:21 Uhr

Als Test hat Galerist Hans Witte schon einmal ein Z aufgestellt.

Autor:

Julia Marre
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Die Idee dazu kam dem Galeristen im Frühjahr während eines Familienurlaubs in Kanada. „Es sollte was Großes sein, eine Geschichte, die so ein bisschen spektakulär ist“, sagt Witte und zieht eine Type aus der Schublade. Ausgesucht hat er sich die Schriftart Wodan, große Jugendstillettern, die 1910 von einem Hannoveraner Gestalter entworfen wurden. „Eigentlich geht mir Jugendstil auf die Nerven“, gesteht Hans Witte. „Beinahe jedes Waschmittel und jedes Hotel“ schmücke seine Logos und Schilder mit Jugendstil-Schriften. Bei Wodan aber ist alles anders. Die Schrift, die er erst vor kurzem erworben hat, sei mit ihren typischen Rundungen „eigentlich ganz interessant“. Und für die Landschaft allemal schöner als eine nüchterne Standardschrift.

Allein drei Behörden müssen zustimmen

Wie aber kommt man von der Idee für das Projekt schließlich zum „Buchstabensalat“ auf Feld und Flur? „Das ist gar nicht so einfach – es sind allein drei Behörden beteiligt“, sagt Hans Witte. In 20 Metern Entfernung von der Straße dürften die Buchstaben aufgestellt werden. Lange hat Galerist Witte bereits überlegt, in welchen Gruppierungen er sie befestigen soll. „Ich fange mit A, B und C an – man kann ja nicht einfach mit Q beginnen, dann wissen die Betrachter gar nicht, was sie zu erwarten haben!“ Zudem gäbe es auch diverse vorbelastete Abkürzungen, die es zu vermeiden gilt. Und eine beabsichtigte Wörterbildung wie beim Scrabble-Spiel sei nicht gewünscht. „Grundsätzlich sollen die Buchstaben einzeln stehen.“

Anders als der weltberühmte „Hollywood“-Schriftzug oberhalb von Los Angeles sind Wittes Buchstaben nicht weiß, sondern in den Grundfarben Blau, Rot, Gelb, außerdem in Violett, Orange und Grün gestrichen. Ein Aachener Unternehmen hat die Schriftzeichen per Lasertechnik aus Holz geschnitten. Die farbigen Lettern, die bis Anfang August positioniert werden, stehen parallel zur Straße – „das passt auch von der Wetterseite her ganz gut“, so Witte. Die Land-Art könnten Interessenten dann „mit dem Auto abfahren; zu Fuß ist es leider nicht möglich“, sagt der Galerist. Das überdimensionale Alphabet hat er extra so konzipiert, dass sein Ende an der Galerie in Deitlevsen liegt, wo ein A und ein Z den Besucher empfangen. In den Ausstellungsräumen plant Hans Witte eine Dokumentation in Form einer Foto-Schau. Außerdem wird es die Jubiläumsschrift „20 Jahre Edition Einstein“ geben – und für jeden Besucher einen Originaldruck der Schriftart Wodan.

Möchte mit den Buchstaben die Natur beschriften: Hans Witte.
  • Möchte mit den Buchstaben die Natur beschriften: Hans Witte.

Die Ausstellung wird am 8. August – nach der Getreideernte – eröffnet und ist bis 29. August zu sehen. Eine Verlängerung ist nicht geplant. „Aber wenn Hunderttausende Menschen die Straße bevölkern, um die Ausstellung zu sehen, zeige ich sie auch eine Woche länger“, sagt Witte.

Die Galerie Einstein, Im Dorf 12 in Deitlevsen, ist montags und dienstags von 15 bis 18 Uhr, samstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr geöffnet; im Internet: www.editioneinstein.de.



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