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Stand-Up-Comedian Costa Meronianakis über Griechen-Witze, „Pegida“ und Groupies

„Ich fege deine Mutter“

Bad Pyrmont. „Costa kommt (schon wieder) nach Hause“, heißt es auf dem Flyer lapidar. Costa, das ist der Stand-Up-Comedian Costa Meronianakis, auch bekannt als der Rapper Illmatic. Nach den gut besuchten Shows im Vorjahr steht er nun erneut im Plan B in seiner Heimatstadt Bad Pyrmont auf der Bühne: morgen Abend, 28. Dezember, um 21 Uhr, Eintritt frei. Dort stellt er – gewissermaßen unter alten Freunden – sein neues Solo-Programm vor: „Ich fege deine Mutter“. Redakteur Philipp Killmann hat mit ihm vorab über Griechen-Witze, „Pegida“ und Groupies gesprochen.

 

Was hat sich für dich als Comedian in dem vergangenen Jahr getan?
Einiges. Ich habe ja letztes Jahr im Plan B so eine Art Pre-Show gespielt, also ungespieltes Material in Kombination mit meinen festen Sets. Daraus hat sich jetzt mein Solo-Programm „Ich fege deine Mutter“ entwickelt. Ich habe es auch schon erfolgreich gespielt, das soll im nächsten Jahr intensiviert werden. In Frankfurt habe ich inzwischen meine eigene Show, „Chuzpe“, in der ich selbst auftrete, aber in die ich auch andere Comedians einlade. Außerdem habe ich den 28. „Stuttgarter Comedy Clash“ gewonnen und bin jetzt Kandidat für den „Hamburger Comedy Pokal“. Ab April werde ich sogar den „Quatsch Comedy Club“ in Berlin und Hamburg moderieren. Aber am meisten freue ich mich auf mein Solo-Programm. Hoffentlich bald auch mit weiteren Auftritten in Hameln-Pyrmont.

Und als Rapper?
Ich bin auf dem nächsten Gregpipe-Album mit einem Part gefeatured. Aus Zeitgründen habe ich es nicht ins Studio geschafft, um auch für Sillas Album etwas beizusteuern, obwohl ich es so gerne gemacht hätte. Ich habe jedenfalls vor, eine eigene EP im nächsten Jahr rauszubringen. Die wird sehr anders als die Dinger aus meiner Vergangenheit, aber es ist auch nicht so, als würde man mich nicht wiedererkennen. Ich bin motiviert, hab einige Ideen und muss mich jetzt endlich mal unter positiven Druck setzen.

Was hat es mit dem Titel deines neuen Soloprogramms, „Ich fege deine Mutter“, auf sich?
Das bezieht sich auf einen Gag in meiner Show. Ich habe mal ein Graffiti an einer Hauswand gesehen, auf der stand „Ich fege deine Mutter“. Wer die Auflösung erfahren möchte, soll in meine Show kommen! Es ist jedenfalls ein passender Titel für mein Solo.

Du bist in diesem Jahr auch im Vorprogramm des Komikers Oliver Polak („Ich darf das, ich bin Jude“, „Krankes Schwein“) aufgetreten.
Ja, bin ich. Sehr oft und sehr gerne sogar. Wir sind mittlerweile auch sehr gut befreundet und so kann ich mich endlich mit jemandem über die Materie austauschen. Wir sind verschieden, aber doch ähnlich, weil wir die gleiche Generation ansprechen. Das bringt uns beide weiter, glaube ich.

Standest du bei Polak vor einem anderen Publikum als sonst?
Das Publikum bei Polak ist schon anders als das typische Comedy-Mixshow-Publikum. Zu ihm kommen K.I.Z., Serdar Somuncu, Carolin Kebekus und Mittermeier. Das kann schon Druck erzeugen, wenn du da den Opener machst. Als ich aber bei meinem ersten Gag die dreckige Lache von Carolin Kebekus gehört habe, hat mich das total beflügelt.

Welcher Gag war das?
Lass mich nicht lügen, aber ich denke es war der: Nach der Finanzkrise wollte mich ein Türke nachts in Berlin überfallen. Da hab ich zu ihm gesagt: „Ich bin Grieche, Alter! Übst du?“ Da hat er mir ’nen Döner ausgegeben.

Die Griechen dienten in deinen Shows schon oft als Aufhänger („Ich bin Grieche – haste mal ’nen Euro?!“, „Ich bin Grieche und brauche das Geld.“). Gleichzeitig wolltest du aber nie in diese Ethno-Ecke gedrängt werden. Ist dir das dennoch gelungen?
Es ist ein großer Teil meiner Identität und dadurch natürlich auch Teil meines Programms. Denn mein Comedy-Ansatz hat etwas mit Authentizität zu tun. Deshalb will ich es auch nicht verleugnen. Aber um die Griechen geht es vielleicht 15 Minuten in meinem einstündigen Programm.

Schon in Bad Pyrmont hast du dich nicht zuletzt als Rapper mit deiner multikulturell aufgestellten Rap-Crew Nation Clan in vielen verschiedenen Kulturen bewegt. Auch deine Wahlheimat Frankfurt ist als Schmelztiegel zahlreicher Nationalitäten bekannt. Wie erlebst du derzeit rechte Bewegungen wie „Pegida“?
Ich bin nicht oft Jan Böhmermanns Meinung, aber hier lag er absolut richtig. Auf die Frage, ob das alles Idioten sein können, die da auf die Straße gehen, antwortete er: „Ja, können es!“

Uns ist im April im Vorfeld der „Komischen Nacht“ ein peinlicher Fehler unterlaufen: Im Ankündigungsbericht stand unter deinem Foto der Name deines Kollegen Matthias Rauch und umgekehrt. Wir bitten nachträglich um Entschuldigung. Oder haben wir dir damit sogar eine Steilvorlage für einen Gag gegeben?
Matthias Rauch meinte, er habe noch nie so viele Groupies gehabt. (lacht)

veröffentlicht am 27.12.2014 um 08:00 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 14:21 Uhr

Costa Meronianakis Ich fege deine Mutter Comedy Bad Pyrmont Plan B


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