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Lisa Bassenge bezaubert mit federleichtem Jazz im Pavillon Hannover

„Ich bin das Glück dieser Erde“

Hannover. „Ich liege nur noch hinterm Haus in einem alten Liegestuhl und aus meinem Mund kommt Rauch und aus allen beiden Nasenlöchern auch. Den blas ich da hin, wo der Wind daraus ein Vogelhäuschen baut.“ Herrlich die Worte, die Sven Regener für sein Lied „Seit der Himmel“ fand. Die holprige Schunkelromantik, mit der Element of Crime den Song spielt, überführt Lisa Bassenge in eine traumverlorene Hängematten-Nachdenklichkeit. Christoph Adams lässt dazu eine verhaltene Orgel erklingen, Rainer Winch schlägt zurückhaltend die Besen, Kai Brückner steuert ein wolkenverhangenes Gitarrensolo bei und Paul Klebers Bass ist das pulsierende Herz. Dieses Lied hätte sie gern selbst geschrieben, sagt Bassenge. Auch wenn sie vor allem mit Covern von Knef-Liedern wie „In dieser Stadt“ überzeugt, fügen sich ihre Eigenkompositionen wunderbar ein. „Hörst du nicht mein Herz“ erinnert mit Glockenspiel und Walzertakt an Element of Crime und den Singer/Songwriter-Pop von „Girl In The Mirror“ könnte auch eine Carole King geschrieben haben. Kostproben aus dem ersten überwiegend deutschsprachigen Album Bassenges, auf dem es ihr wunderbar gelingt, sich mit fremden Federn zu schmücken, weil sie eigenständig intoniert und beweist, dass das Deutsche als Gesangssprache durchaus klingen kann. So in Joachim Witts Neue-Deutsche-Welle-Hit „Kosmetik“. „Ich bin das Glück dieser Erde – ach wär das schön, wenn’s so wäre“, singt sie selbstironisch und hüpft unbeschwert aus dem NDW-Korsett, wenn die Band einen herrlich rumpeligen Groove anschlägt. Ob das noch Jazz ist? Egal, wenn Chanson und Pop sich so hübsch einmischen.

veröffentlicht am 24.01.2011 um 15:10 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 04:21 Uhr

Lisa Bassenge Foto: jed

Autor:

Martin Jedicke
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