weather-image
23°

Brutale Inhalte hinreißend umgesetzt: Dagmar Brand zündelt mit ihren boshaften Werken in der Galerie arche

Horrorthriller aus Aquarellfarbe und Wachskreide

Hameln. Es sind Bilder, die man nicht sehen muss. Die man vielleicht auch gar nicht sehen will. Aber die man doch sehen sollte. Wenn die Besprechung einer Kunstausstellung so beginnt, mag das ebenso abschrecken wie der Name dieser Ausstellung. „Abartig“ heißt sie. Was sie zeigt, sind stille Bilder voller Lärm. Fiese Fiktionen, die oftmals in leisen Strichen und mit lauten Farben von den Tragödien der Menschheit erzählen.

veröffentlicht am 29.08.2011 um 15:41 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 10:21 Uhr

270_008_4727757_ku101_2208_1_.jpg

Autor:

Julia Marre
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Das Kettensägenmassaker, es ereignet sich hier im Großformat und mit reichlich Tinte, Aquarellfarbe, Öl und Wachskreide. Brutale Kunst in den sogenannten Kinderschänderbildern, in düsteren Krimi-Szenerien oder in farblich akzentuierten Horrorthrillern. So brutal der Inhalt der Bilder ist, so faszinierend sind viele von ihnen umgesetzt. Denn Dagmar Brand hat sie überaus spannungsreich und stimmig komponiert.

Über die „abartige“ Ausstellung sagt Dr. Rainer Grimm in seiner Ein- und Ausführung, dass Dagmar Brand „ganz und gar keine artige Künstlerin“ sei. Das sieht, wer einen Rundgang durch die Galerieräume unternimmt. Ihr Sujet nämlich kann abschreckender nicht sein – wenn nur nicht die Umsetzung oftmals so hinreißend gelungen wäre! Wie etwa im Großformat „Schweine“: Die rote Farbe spritzt und läuft, tropft und rinnt wie Blut. Oder im Duo „Alles dreht sich im Kreise“: schreiende Fratzen, weit geöffnete Münder, noch weiter aufgerissene Augen, Angst, Hatz und absolute Hilflosigkeit. Wie kann man das ästhetischer, kunstvoller und nachdrücklicher zeigen?

Die Künstlerin mit dem schwarzen Humor widmet sich dem, was laut Rainer Grimm das schwarze Schaf und ein Randphänomen der Kunst ist: der verstörenden Boshaftigkeit. Doch das gelingt ihr nicht immer. Zu scherenschnittgleich ist die Werkgruppe „Fundorte“ aus Öl und (viel schwarzer) Wachskreide geraten – abgesehen vom ersten Bild im Turmzimmer. Auch die Collagenreihe „Der gute Onkel“, die „Chicken Run“ und Schuhwerbung und Kindergesichter aneinanderreiht, will zu viel und erreicht dadurch bei Weitem nicht die Eindringlichkeit, die den großformatigen Werken innewohnt.

Die Ausstellung ist in der Galerie arche noch zu sehen bis zum 18. September: mittwochs von 11 bis 13, samstags von 10 bis 13 und sonntags von 11 bis 14 Uhr. Internet: www.kuenstlergruppe-arche.de



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?