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Proll-Klamotte „New Kids Nitro“ bringt Anarcho-Humor ins Kino

Holland statt Hollywood

Vorsicht, es wird ordinär. Witze mit Behinderten? Sex vor laufender Kamera mit einer schwangeren, biersüchtigen Supermarktverkäuferin? Aufrechte Friesen als Zombies veräppeln? All das und noch viel mehr. Nur eines scheint es in der rabenschwarzen holländischen Proll-Klamotte „New Kids Nitro“ nicht zu geben: Tabus.

veröffentlicht am 04.01.2012 um 17:03 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 21:41 Uhr

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Autor:

Thomas Burmeister
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Nun kommt der Film um die Abenteuer von Richard, Gerrie, Robbie, Rikkert und Barrie in die deutschen Kinos. Wahrscheinlich werden die Aldi-Bier saufenden Sozialhilfe-Fälle erneut und im Handumdrehen an die Spitze der Charts vorstoßen. Schließlich geht es in „Nitro“ noch brutaler, blutiger und blöder zu als in „New Kids Turbo“.

Als dieser erste Streich der Drehbuchautoren und Regisseure Steffen Haars und Flip van der Kuil im vergangenen Frühjahr auf Anhieb die deutsche Kino-Hitparade eroberte, rieben sich manche die Augen. Holland statt Hollywood, Prollkult statt Poesie? Rasch war klar: Manta-Manie und die Vokuhila-Welle waren vielleicht ein wenig in Vergessenheit geraten, aber im Unterbewusstsein weiter Teile der Bevölkerung noch stark verankert. Grellgrün ist hier der tiefergelegte Manta. Mit ihm fahren die „Jongen“ aus Maaskantje erst illegale Autorennen und dann – nach Umbau zum Panzer – auf Bitten des Haager Verteidigungsministeriums Richtung Norden in den Krieg.

In der niederländischen Provinz Friesland hat nämlich ein Meteoriteneinschlag dazu geführt, dass die harmlosen Milchbauern und Fischer zu gefährlichen Zombies wurden. Blut spritzt in rauen Mengen – auch immer wieder auf die stolze Fahne der Friesen. Ein Stunt jagt den anderen. Kritiker haben dafür den Begriff Anarcho-Humor erfunden.

Zu den erstaunlich wenigen Menschen in den Niederlanden, die darüber nicht so richtig lachen können, gehören Einwohner des Dörfchens Maaskantje. Von dort stammen die Filmemacher. Zum Leidwesen ihrer einstigen Nachbarn haben sie Maaskantje zum Film-Heimatort ihrer Blödelbarden erkoren. Seit „New Kids Turbo“ sind Maaskantje und vor allem die nahe gelegene Frittenbude “’t Pleintje“ (das Plätzchen) zum Wallfahrtsort für New-Kids-Fans geworden. Wieder und wieder wurde das Ortseingangsschild geklaut. Bis die Gemeinde beschloss, vorerst kein neues mehr aufzustellen. Doch auch Vokuhila-Fans können mit Navigeräten umgehen.

„New Kids Nitro“ ist ab heute im Maxx-Kino Hameln zu sehen: täglich um 18.30 und 20.20 Uhr, am Freitag und Samstag auch um 23 Uhr.



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